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Busfahrer des Jahres:Der Menschenfreund

Niko Tziutzukis (rechts) hat zu seinen Fahrgästen ein gutes Verhältnis. Landrat Stefan Löwl zeichnete ihn deshalb als Busfahrer des Jahres aus.

(Foto: Stephan Rumpf)

Niko Tziutzukis ist kein Mann, der sich gern in den Vordergrund drängt. Und doch ist er der eigentliche Star der Preisverleihung. Mehr als 60 Fahrgäste wählten ihn zum "Busfahrer des Jahres" im Landkreis Dachau.

Ganz bescheiden steht er mit seinem Chef Peter Heigl in der letzten Reihe der Gäste in der Panorama-Lounge des Süddeutschen Verlags. Niko Tziutzukis ist kein Mann, der sich gern in den Vordergrund drängt. Und doch ist er der eigentliche Star der Preisverleihung. Mehr als 60 Fahrgäste wählten ihn zum "Busfahrer des Jahres" im Landkreis Dachau. Keiner der Kollegen aus den anderen sieben Verbundlandkreisen des MVV erhielt so viele Stimmen wie er, viele Zuschriften waren geradezu hymnisch. "Der Dank der Fahrgäste tut mir im Herzen gut", kommentiert der 61-Jährige die Wertschätzung seiner Kunden.

Der gebürtige Grieche, der als Siebenjähriger nach Deutschland kam und mittlerweile in breitestem Bairisch parliert, fährt seit 14 Jahren für das Amperpettenbacher Busunternehmen Heigl auf der Linie 708. Sie führt von seinem Wohnort Markt Indersdorf, in dem der Busfahrer überaus bekannt ist, über flaches Land und viele kleine Ortschaften bis Kammerberg im Landkreis Freising. Die Fahrgäste kennen ihren Chauffeur, und Tziutzukis kennt die Menschen, die er chauffiert. "Ich pflege mit ihnen bewusst einen näheren Kontakt", sagt der fröhliche und eloquente Mann, der hinter dem Steuer stets ein grünes Kangol-Käppi und einen bunten Strickschal trägt. Vor der Preisverleihung hat er seine Markenzeichen an der Garderobe abgegeben.

Seine Verbindlichkeit und sein freundliches Wesen legt er nicht so schnell ab. Darin liegt wohl auch der Grund für seinen außergewöhnlichen Service, von dem seine Fahrgäste begeistert sind. Tziutzukis befördert viele Bewohner von Pflegeheimen, denen er etwa beim Ein- und Aussteigen hilft. Und er hört ihnen aufmerksam zu, wenn sie von ihren Problemen erzählen. Kinder, die oft unsicher sind, fährt der 61-Jährige vor ihre Haustür, damit sie nicht über die Straße gehen müssen. Manchmal sammelt Tziutzukis sogar Fahrgäste auf, die wegen einer verspäteten S-Bahn den Bus verpasst haben. Für solche Gefälligkeiten verwendet er auch sein Privatauto. Sein Chef ist damit einverstanden, wenn der Fahrplan nicht aus den Fugen gerät. Auch die Fachoberschülerin Teresa Miarecki, die im Indersdorfer Ortsteil Ainhofen wohnt, ist voll des Lobes für Tziutzukis. Sie hat einen der drei Fahrgastpreise gewonnen, den Landrat Stefan Löwl ihr überreicht. "Niko hat die Ehrung wirklich verdient."