Brücken bauen Leuchtturm auf Tour

Myriam Brok und Elisabeth Ramzews stellen das Lighthouse-Mobil auf dem Odeonsplatz vor.

(Foto: Robert Haas)

Lighthouse-Mobil will Flüchtlinge und Münchner informieren

Von ROBERT MEYER

Trommelklänge tönen über den Odeonsplatz, die beiden Musiker machen die Menschen vor der imposanten Kulisse der Feldherrnhalle aufmerksam auf ein neues Projekt des Vereins Lichterkette und der Inneren Mission München: das Lighthouse-Mobil. Mit der zum E-Mobil umgebauten Piaggio Ape 50, einem dreirädrigen Kleintransporter, will das Bündnis künftig zu Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in München fahren, um ankommende Menschen über die Stadt, Beratungsstellen und Ärzte oder auch Freizeitangebote zu informieren.

Vor Ort bei den Unterkünften wollen die Mitarbeiter von Lichterkette und Innerer Mission aber auch Nachbarn ansprechen. Am mobilen Lighthouse unter dem Motto "Miteinander in München" sollen Bürger mit Flüchtlingen und Migranten zusammenkommen. So wolle man "Vorurteile durch Begegnung abbauen", sagt Myriam Brock vom Verein Lichterkette. Dazu werde das E-Mobil auch zu verschiedenen Veranstaltungen, selbst zu rechtspopulistischen Demonstrationen fahren, wo die Ehrenamtlichen dann über die Situation von Flüchtlingen informieren wollen.

"Wir reden zu viel übereinander, nicht miteinander", sagt Autor Daniel Speck, der sich ebenfalls für die Lichterkette engagiert. Mit dem Projekt wollen die beiden Organisationen Brücken zwischen den Bürgern und den ankommenden Flüchtlingen bauen. Das E-Mobil ist ein lange geplanter Ableger des Willkommenszentrums in der Bayernkaserne, das Oberbürgermeister Dieter Reiter in einem schriftlichen Grußwort als "Leuchtturmprojekt" bezeichnet. Das Lighthouse Welcome Center wurde 2014 eröffnet, um die dort ankommenden Flüchtlinge mit Informationen zu versorgen, wo sie zum Beispiel einkaufen können oder wie sie mit dem MVV am besten in die Stadt kommen.

13 000 Euro hat das gebrauchte Fahrzeug für die mobile Variante gekostet, das Lichterkette und Innere Mission umgebaut und mit einem Elektromotor ausgestattet haben. Das mit einer Spitzengeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eher gemächliche Gefährt wurde komplett aus Spenden finanziert.