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Internationales Restaurant "BMW-Welt":Kürbiskern statt Kardanwelle

Internationale Kochkunst mit bayerischer Tradition zu verbinden - das ist der kulinarische Anspruch. Doch hält das "Restaurant International" in der BMW-Welt, was es verspricht?

Dieser Text ist leider veraltet, das Restaurant gibt es inzwischen nicht mehr.

(Foto: Foto: Stefan Hofer)

Dämmerlicht erfüllt die futuristischen Glasbauten im Olympiapark und die Betriebsamkeit des Tages in der BMW-Welt lässt nach. Keine lärmenden Kinder und Touristen - diese Tageszeit ist am besten geeignet, um in das "Restaurant International" in der BMW-Welt essen zu gehen. Neben diesem betreibt das österreichische Gastronomie-Unternehmen Do & Co noch drei weitere Lokalitäten unter der beeindruckenden Dachkonstruktion - eine Coffee Bar, ein Bistro und ein Club Restaurant.

Die Weite der Halle schafft eine angenehme Atmosphäre, die Beleuchtung ist überraschend dezent. Beton und Glas dominieren - das Gebäude verströmt eine gewisse Kühle. Wir essen früh zu Abend und die meisten Stühle sind leer - noch. Fast alle Tische sind reserviert. Die Bedienung konzentriert sich zwangsläufig auf uns und ist überaus freundlich.

Als Aperitif wählen wir einen Cosmopolitan und einen anregenden Leon Cavallo. Das Speisenangebot ist überschaubar und wir entscheiden uns schnell für den ersten Gang. Wunderschön drapiert präsentiert sich der sehr gute Caesar Salad mit gekräuterter Landhuhnbrust (12 Euro). Als weitere Vorspeise wählen wir Büffelmozzarella mit karamellisierten Feigen und Rucola (9 Euro). Mozzarella, Feigen und die Sauce sind hervorragend, einzig die Kirschtomaten schmecken unreif - kein Wunder im Winter.

Exotisch essen

Als Suppenliebhaber erwarte ich den zweiten Gang heiß. Welche fremdländischen Genüsse mögen im schicken "Restaurant International" wohl auf die Gäste warten? Vielleicht afrikanische, malaiische oder gar sri-lankisch? Nein, die Auswahl ist minimal: Wiener Grießnockerlsuppe oder Steirische Kürbisschaumsuppe. Lebt man als Steirer in Wien, fehlt an diesem Punkt die Exotik.

Ich verheimliche mein Expertendasein vor der Kellnerin, wähle, löffle und - bin begeistert. Die steirische Kürbisschaumsuppe (4,5 Euro) mit gerösteten Kürbiskernen und einer schwungvoll gezogenen Kernölspur ist die in einen Teller gegossene, geschmackliche Erinnerung an den letzten Steiermark-Aufenthalt.

Böhnchen, wo seid ihr?

Während wir auf den Hauptgang warten, füllen sich langsam die Tische um uns und ein gedämpftes Stimmengewirr breitet sich als angenehmer Klangteppich über den Restaurantbereich aus. Auf das Essen der anderen Gäste schielend, bemerken wir, dass uns die beigelegte Sushi-Karte durch die Finger gerutscht ist.

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Essen in der BMW-Welt

Außerdem werden Gerichte aus dem Wok und Fangfrisches angeboten. Der Anspruch des Internationalen ist also durchaus erfüllt.