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Benefizkonzert:"Finsterlieder" für guten Zweck

Dreiviertelblut spielen für den SZ-Adventskalender

Noch ist 2016 nicht Geschichte, aber schon jetzt darf man ein Konzert dieses Jahres historisch nennen - für die U-Musik wie auch fürs ernste Fach. Wobei gar nicht klar war, wer hier im Prinzregententheater unterhaltender und wer ernster war: die dem weiten Feld der Neuen Volksmusik zuzuordnende Gruppe Dreiviertelblut mit ihren Stücken über die Schönheit des Todes und die Gefährlichkeit des Lebens, oder die Münchner Symphoniker, die sich mit eben diesen "Finsterliedern" in einen wahren Glücksrausch spielten. Am Ende jedenfalls strahlte nicht nur das Publikum, vor allem die Musiker schienen ganz ergriffen zu sein von diesem sich gegenseitigen Beflügeln.

Das griff deshalb so nahtlos ineinander, weil einer der Väter von Dreiviertelblut in beiden Welten zu Hause ist: Gerd Baumann arbeitet als Filmkomponist für Filme wie "Wer früher stirbt ist länger tot" ganz selbstverständlich mit Orchestern wie mit Bands. So lernte er auch seinen Dreiviertelblut-Texter und -Sänger Sebastian Horn von den Bananafishbones kennen, mit dem er auch die Musik für die Singspiele beim Starkbieranstich Nockherberg schreibt.

Dreiviertelblut begann als namenlose Auftragsarbeit für den Niederbayernkrimi "Sau Nummer Vier" im Jahr 2010. Die altbairisch anmutenden Lieder kamen derart gut an, dass Baumann sie auf einem ersten Album ("Lieder vom Unterholz") veröffentlichte, inzwischen sind Dreiviertelblut der Verkaufsschlager auf seinem Label Millaphon. Statt im Studio steht Baumann nun immer häufiger auf der Bühne, seine Band wird häufiger gebucht, als es der vollgepackte Kalender des Professors für Filmmusik eigentlich zulässt.

Dennoch war es der Band ein Anliegen, ein Benefiz-Konzert für den SZ-Adventskalender zu spielen. In Baumanns Livemusik-Club Milla (Holzstraße 28) passen am Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr, freilich nicht die Münchner Symphoniker hinein. Aber auch allein mit der brillanten Stammbesetzung - Benny Schäfer am Kontrabass, Dominic Gröbl am Flügelhorn, der Klarinettist Florian Riedl, Luke Cyrus Götze an Lapsteel und anderen Gitarren und Bananafishbones-Schlagzeuger Florian Rein - werden sie die Finsterlieder zum Leuchten bringen.