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Bayerstraße:Blickfang am Bahnhof

Noch bis Ende des Jahres laufen die Mietverträge. Dann wird der Fünfziger-Jahre-Block in der Bayerstraße abgerissen. Die Schörghuber-Gruppe plant hier einen modernen Hotelkomplex.

Wer in unmittelbarer Umgebung des Hauptbahnhofs nach einer Übernachtungsmöglichkeit sucht, hat große Auswahl. In den vergangenen Jahren sind zu den zahlreichen schon vorhandenen Hotels neue Häuser unterschiedlicher Preiskategorien hinzugekommen. Nun kann die Palette, die nahezu jedem Anspruch und Geldbeutel gerecht wird, um ein weiteres Projekt an der Ecke Bayerstraße und Goethestraße erweitert werden. Der bestehende Block aus den 1950er Jahren, in dem die Münchner Polizei Büros hat und in dem auch noch ein paar Geschäfte sind, weicht einem Hotel-Neubau. Investor ist Schörghubers Bayerische Hausbau. 2014 soll Eröffnung sein.

Das Haus in der Bayerstrasse 35/37 gegenüber Hauptbahnhof soll abgerissen werden - für ein neues Hotel.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Mietverträge laufen noch bis Ende des Jahres. Die Abbrucharbeiten auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal sollen Anfang 2013 starten. Das Immobilienunternehmen plant ein achtstöckiges Haus mit der Hotellobby sowie Gastronomie oder Einzelhandel im Erdgeschoss. Darüber sollen auf sieben Geschossen 184 Zimmer, Konferenzräume, der Fitnessbereich und die Bar entstehen.

Das schon etwas altmodisch wirkende Bahnhofsviertel-Milieu wird sich an dieser Stelle völlig verändern. Das liegt vor allem auch an der besonderen Fassade, die das Münchner Architektenbüro Hild und K. entworfen hat. Andreas Hild wird demnächst für herausragende Arbeiten des Büros den diesjährigen Architekturpreis der Landeshauptstadt München entgegennehmen.

Vorgesehen ist eine Hülle mit großformatigen Elementen und feinen, symmetrisch angeordneten Putzornamenten. Das steht im deutlichen Kontrast zur jetzigen Fassade mit den zahlreichen Fenstern und ihrer eher feingliedrigen Struktur. Als das Projekt unlängst den Experten der Stadtgestaltungskommission vorgestellt wurde, fanden die ersten Entwürfe großen Anklang. Die Ecke gegenüber dem Bahnhof bekommt ein völlig neues Profil und das gesamte Quartier einen starken Akzent.

Aber will man das überhaupt? Die Sensibilität für die Nachkriegsarchitektur hat zugenommen. Die Stadtplaner widmen sich besonders den Bauten aus den 50er, 60er und 70er Jahren und fordern einen sorgfältigen Umgang mit dieser Epoche. Im speziellen Fall hat das Landesamt für Denkmalpflege genau geprüft und ist dann aber doch zu dem Schluss gekommen, dass keine erhaltenswerte Substanz vorliegt.

Da die Verhandlungen mit dem künftigen Betreiber des Hotels nicht abgeschlossen sind, veröffentlicht die Bayerische Hausbau auch noch keine Ansichten der neuen Fassade. Welche Kette das Hotel übernehmen wird, ist bislang auch ein Geheimnis. Sicher ist nur, dass es sich um günstige Zimmerpreise handeln soll. Ein Luxusprojekt ist nicht vorgesehen. Die Hausbau setzt auf den anhaltenden München-Boom. Jährlich werden 10,5 Millionen Übernachtungen registriert. Da passe also in attraktiver Innenstadtlage das zeitgemäße Ensemble mit modernem Hotel und neuen Geschäften.

© SZ vom 06.06.2012/bica
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