Bahnhof in Allach Mann wird von S-Bahn überrollt

  • Zum wiederholten Male sind Menschen in Münchner Bahnhöfen ins Gleisbett gefallen. Ein 50-jähriger Mann starb am Neujahrstag in Allach. Ein 60-Jähriger konnte sich bei einem zweiten Vorfall selbst retten.
  • Die Vorfälle rufen die "Aktion Münchner Fahrgäste" auf den Plan. Sie fordert eine flächendeckende Ausstattung aller U-Bahnhöfe mit Sensoren zur Gleisbettüberwachung.

Zwei Vorfälle in zwei Tagen

Ein 50-jähriger Mann ist am Neujahrstag gegen 15 Uhr in München-Allach vom Bahnsteig gestürzt und von einer S-Bahn überrollt worden. Er wurde einige Meter von der Bahn mitgeschleift und starb wenig später im Krankenhaus. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, deutet nichts auf einen Selbstmord hin. Weitere Personen waren Augenzeugen zufolge nicht an dem Unfall beteiligt. Die S-Bahn-Strecke wurde für rund eineinhalb Stunden gesperrt.

Schon in der Silvesternacht war ein Betrunkener ins Gleisbett des U-Bahnhofs am Scheidplatz gefallen und nur mit viel Glück ohne Blessuren davongekommen. Der alkoholisierte 60-Jährige war laut Polizei gegen 1.35 Uhr aus einer U-Bahn ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig sah er seinen Anschlusszug auf einem anderen Gleis, rannte los - und übersah dabei, dass dazwischen noch Schienen verlaufen. Der Mann stürzte daher in den Gleisbereich.

Kurz darauf fuhr eine U-Bahn auf exakt diesem Gleis ein. Der 60-Jährige rollte sich zur Seite und brachte sich so in Sicherheit. Aber nicht auf die Seite, auf der sich in jedem U-Bahnhof die sogenannte Sicherheitsnische befindet und in solchen Fällen Schutz bietet. Sondern auf die andere Seite, an der die Fahrstromschiene zur Elektrizitätsversorgung der U-Bahnen verläuft.

"Glücklicherweise berührte er nicht die Stromschiene", sagte ein Polizeisprecher. Denn ein Kontakt mit der Stromschiene könne "schwere und auch tödliche Verletzungen verursachen". Der Mann kam mit Prellungen davon; der 31-jährige U-Bahn-Fahrer musste dagegen vom Kriseninterventionsteam betreut werden.

Diskussion um Gleisbettüberwachung

Die "Aktion Münchner Fahrgäste" nahm den Vorfall zum Anlass, um erneut eine flächendeckende Ausstattung aller Münchner U-Bahnhöfe mit Sensoren zur Gleisbettüberwachung zu fordern. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) testet seit Längerem bereits diverse Systeme an zwei U-Bahnhöfen im Netz, konnte sich bislang aber nicht dazu durchringen, die Technik einzuführen. Unter anderem verweist sie auf die hohen Kosten, die bei einer stadtweiten Installation solcher Systeme entstünden.