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Aus für den Konzertsaal:Nürnberg im Sinkflug

Wie die Stadt wieder einmal den Aufstieg in die erste Liga verspielt hat

"Konzertsaal im Pausenmodus" vom 18. November und Glosse "Trauerspiel um den Konzertsaal" vom 24. November:

Den Aufstieg verspielt

Die Kultur ist eine Investition in die Zukunft! Die Stadt Nürnberg hat mit ihrer Entscheidung gegen den neuen Konzertsaal ihre Chance verspielt, kulturell endlich in die erste Liga aufzusteigen. Für die Mehrzahl der demokratisch ans Ruder Geratenen sind Künstler, nicht zuletzt Musiker, beklatscht, auch bejubelt oder bebuht, vielleicht interessant, aber letztlich machtirrelevant.

Bei der vergeblichen Kulturhauptstadtbewerbung hat die Politik der Stadt Nürnberg gemeinsam mit Tausenden von Menschen, Künstlerinnen und Kollektiven die Zukunft ihrer Heimatstadt geplant. "Und wir haben sehr viel Antwort erhalten", hieß es. Jetzt entschieden sich wenige Politiker gegen den neuen Konzertsaal, ohne die Künstler und Kollektive und gegen deren Interessen - an einem Tag, an dem die deutsche Automobilindustrie wiederum mit Milliarden unterstützt wurde. Für die (Kultur)Stadt der "Meistersinger", um die viele in den vergangenen Jahrzehnten auch wegen des Mangels an einem geeigneten Konzertsaal einen Bogen machten, ist die Entscheidung eine Schande.

Denn Kultur ist als Kraftwerk der Ideen der Treibstoff für die Entwicklung einer Gesellschaft - und die Musiker sind die Architekten des Himmels. Ulf Klausenitzer, Beidenfleth

Kultur liegt darnieder

Unsere Corona-Politiker sind die großen Champions im Verbieten. Verbote aussprechen, das können diese Herr- und Damschaften besonders gut. Auch die Stadt Nürnberg wurde nicht verschont, Kunst und Kultur liegen auch hier regungslos und k.o. am Boden der Corona-Tatsachen. Nun wurde sogar das städtische Lieblingprojekt "Konzertsaal" gestrichen - das finde ich ausnahmsweise sehr gut. Das beste daran ist jedoch, dass die Natur dort im Umfeld weiter Natur bleiben darf. Jetzt dürfte die Zeit reif sein, unsere alte marode Meistersingerhalle ordentlich aufzumöbeln, in dieser zwangsspielfreien Zeit. Riggi Schwarz, Büchenbach

© SZ vom 28.11.2020
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