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Akustik:Geräusche für die virtuelle Realität

Der Roboter "Audeer" erkennt Emotionen und lässt sich von Dagmar Schuller über Sprache steuern.

(Foto: Arlet Ulfers)

Wenn man morgens am Gleis steht, soll man das Quietschen der Züge nicht mehr hören und wenn man abends in der Bar sitzt, auch das Gespräch vom Tisch nebenan nicht mehr - vorausgesetzt man will es nicht hören. Dagmar Schuller, 43, entwickelt gerade eine Software, die unangenehme Geräusche herausfiltern soll. Die um einen herum eine angenehmere, neue Welt schaffen soll. Die Software soll irgendwann sogar einmal selbst erkennen, was man als störend empfindet, ohne dass man es vorher angibt. Dagmar Schuller sagt: "Die Systeme sollen für die Menschen arbeiten." Sie ist die Chefin von Audeering; mit Informatikern von der Technischen Universität München hat sie die Firma gegründet - vor zwei Jahren hatten sie noch sieben Mitarbeiter, doch seit diesem Jahr sind sie mehr als 50 Leute. Sie arbeiten für Kunden wie BMW oder Huawei oder auch Red Bull, sie kümmern sich um alles, was mit akustischer künstlicher Intelligenz zu tun hat. Zum Beispiel um Geräusche in Welten der Virtual Reality, die einem möglichst realistisch vermitteln sollen, dass man tatsächlich gerade Motorrad fährt. Es geht auch darum, anhand der Sprache zu erkennen, wie ein Produkt bei einem Kunden ankommt, Emotionen herauszulesen. Dagmar Schuller hatte schon in der Schule angefangen, zu programmieren, damals noch auf Rechnern mit schwarzem Hintergrund und grüner Schrift. Wenn einer der Schüler einmal etwas falsch programmiert hatte, stürzten alle Rechner im Raum ab. Dann musste man zum Lehrer gehen, und es gab einen schwarzen Punkt auf der Liste - waren es drei, kam der Verweis.