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Abriss in zwei Jahren:Elisabethmarkt wird neu gebaut

Stadtrat billigt mit großer Mehrheit das Konzept des Kommunalreferats

Der Elisabethmarkt in Schwabing wird komplett neu errichtet. Die Vollversammlung des Stadtrats billigte am Mittwoch mit großer Mehrheit das Konzept von Kommunalreferent Axel Markwardt, gegen das eine Anwohnerinitiative Sturm gelaufen war. Auch die CSU, die sich kürzlich noch den teilweisen Erhalt der Budenstadt vorstellen konnte, zeigte sich nun überzeugt und stimmte für die Fortführung der Planungen. "Wir haben uns entschlossen, den Weg mitzugehen", erklärte Stadträtin Kristina Frank. Demnach werden die heutigen Marktstände in zwei Jahren abgerissen, die Händler weichen während der Bauzeit in provisorische Buden an der Arcisstraße aus. Die Verkaufsstände sollen neu angeordnet und nach modernen Brandschutz- und Hygienevorschriften wiedererrichtet werden. Der Lieferverkehr verschwindet in eine Tiefgarage.

Das Ja des Stadtrats bedeutet zunächst aber nur den Einstieg in vertiefte Planungen. Vieles ist derzeit unklar, so gibt es noch keine Kostenschätzung für die Neubau-Aktion. Auch die endgültige Gestaltung der Buden steht nicht fest, dafür soll es einen Bürgerworkshop geben. Noch nicht abgeschlossen ist auch die juristische Prüfung eines renommierten Beratungsbüros - es gibt Bedenken, ob die öffentlichen Investitionen in den Markt ein Verstoß gegen das europäische Beihilfegesetz darstellen. Kommunalreferent Axel Markwardt geht jedoch davon aus, dass der Handel auf dem Elisabethmarkt lediglich regionale Bedeutung hat und daher keine Probleme mit Brüssel entstehen. Dies hatte vor einer Woche auch die EU-Kommission auf Anfrage des CSU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Stefinger bestätigt.

Einige Änderungswünsche hatte der Stadtrat. So regte die CSU an, auf dem Interimsmarkt während der Bauzeit auch Flächen für Gastronomie einzuplanen und die neu zu bauenden Buden im Süden des Elisabethmarktes auf die neue Promenade auszurichten, die gleichzeitig als Feuerwehrzufahrt für den benachbarten Neubau der Stadtsparkasse dient. Die SPD will prüfen lassen, ob die Tiefgarage noch vergrößert werden kann. Alle Parteien sind sich einig, dass nun aber keine Verzögerungen mehr entstehen dürfen. Denn der Umbau des Elisabethmarktes soll unbedingt gleichzeitig mit dem Bau des neuen Sparkassen-Wohnblocks stattfinden. Für dieses Projekt gibt es bereits einen Zeitplan: Mitte 2019 bis Herbst 2021.

Zumindest einige der aus der Nachkriegszeit stammende Häuschen zu erhalten, wäre nach Auskunft von Kommunalreferent Markwardt allenfalls theoretisch möglich. Denn die als Anlieferzone wie auch für Anwohner gedachte Tiefgarage kann nur gebaut werden, wenn die jetzigen Buden wegkommen. Würde die Garage nach Bergmannsart unterirdisch ausgehoben, wäre das Projekt immens teuer. Dazu kommt: Die Stadt will, dass alle Händler nach der Sanierung auf den Elisabethplatz zurückkehren können. Angesichts des größeren Flächenbedarfs, etwa für Personaltoiletten, müssten bei einem Teilerhalt aber Händler weichen.