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16. bis 18. Februar:Die Siko und ihre Teilnehmer

Putin und Trump werden der Sicherheitskonferenz fernbleiben

US-Verteidigungsminister James Mattis kommt, Trumps Sicherheitsberater Herbert R. McMaster, Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar, der israelische Ministerpräsident Benjamin Nethanjahu, die Außenminister aus dem Iran, aus Russland und aus der Türkei. Sichtlich stolz betrieb Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), am Freitag im Presseclub politisches Namedropping. 20 Staats- und Regierungschefs haben sich angesagt, insgesamt 600 Konferenzteilnehmer. Die Münchner Polizei dürfte vor allem interessiert haben, wer nicht kommt. Donald Trump und Wladimir Putin werden wohl zwischen 16. und 18. Februar nicht im Hotel Bayerischer Hof auftauchen. Auch wenn das niemand öffentlich sagt, die Erleichterung ist groß bei den Sicherheitskräften. Eine Stippvisite der beiden Präsidenten, heißt es im Polizeipräsidium an der Ettstraße, hätte die Stadt lahmgelegt.

"Alles was auf den Straßen passiert", sagt Ischinger bei seinem Dank an die Polizei, "liegt in der Verantwortung der Sicherheitsbehörden." Und auf den Straßen wird wieder jede Menge passieren am zweiten Wochenende der Faschingsferien. Da sind die wohl wieder mehr als 300 Eskortenfahrten für besonders zu schützende Konferenzteilnehmer. Das bedeutet: Wenn ein Gast wie Mattis zum Hotel oder zum Flughafen will, sind mehr als hundert Polizisten im Einsatz - im Konvoi oder am Straßenrand. Da sind die 650 Absperrgitter, die aufgestellt und bewacht werden müssen, die weit über tausend Kanaldeckel, die kontrolliert und versiegelt werden müssen. Da sind die rund zweitausend bilateralen Gespräche der Konferenzteilnehmer, die nicht alle im Tagungshotel am Promenadeplatz stattfinden, die aber laut Ischinger für viele das Wichtigste sind: "Die meisten kommen wegen der Gespräche hinter verschlossenen Türen."

Was vor diesen verschlossenen Türen passieren wird - auch darauf gab es am Freitag einen Vorgeschmack. Gegner der "Siko" demonstrierten auf dem Marienplatz, in Sichtweite des Presseclubs, welche Wirtschaftsbosse sich ihrer Meinung nach an Rüstungsexporten "goldene Nasen" verdienen.