Aktuelles Lexikon:Kimchi

Über den Winter ohne fermentiertes Gemüse? Unvorstellbar in Südkorea! Doch jetzt gibt es ein Problem.

Von Thomas Hahn

Der November ist nicht mehr fern, der Monat der Kimchi-Herstellung in Südkorea. Aber dieses Jahr melden die Betriebe, die das haltbare Nationalgericht produzieren, laut Korea Times ein Problem. Das Wetter hat die Chinakohl- und Rettich-Ernte der Bauern belastet. Erst war der Sommer zu trocken, dann wurde die Taifun-Saison zu feucht. Und jetzt gibt es also zu wenig von dem Gemüse, das in der Kimchi-Tradition eine Hauptrolle spielt. Seit mindestens 1500 Jahren bringt das Gericht Koreas Menschen über die Winter, in dem es kein frisches Gemüse gibt. Bis heute ist es eine unverzichtbare Beilage im koreanischen Speiseplan. Es gibt viele Kimchi-Varianten, aber traditionell werden dafür Chinakohlblätter in Salzwasser eingelegt. Danach lässt man sie in einer Mischung mit Knoblauch und Chili fermentieren. Dieser Prozess der Milchsäuregärung erhält wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Enzyme. Kimchi ist auch gut für die Verdauung. Und Kimjang, der Prozess, Kimchi zu machen, ist für viele Familien ein jährliches Ereignis, das den Zusammenhalt stärkt. Wenn der Klimawandel die Kimchi-Produktion beeinträchtigt, wirkt das wie ein Anschlag auf Südkoreas Selbstverständnis. Immerhin: Experten rechnen damit, dass sich die Lage bei normalem Wetter im November wieder bessert. Südkorea wird nicht ohne Kimchi über den Winter kommen müssen.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB