Aktuelles Lexikon:Allerseelen

Von Alexandra Föderl-Schmid

Allerseelen ist ein christlicher Gedenktag am 2. November. Er wird vor allem in der katholischen Kirche zum Gedenken an die Verstorbenen begangen und folgt auf Allerheiligen - jenen Tag, an dem man an die Heiligen erinnert. In einigen lateinamerikanischen Ländern, nicht aber in Deutschland, ist Allerseelen ein gesetzlicher Feiertag. Dieser Gedenktag wurde erstmals im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny ausgerufen. Zunächst galt dies nur für die Toten der ihm unterstellten Klöster, erst im Jahr 1915 wurde dieser Gedenktag dann von Papst Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgeweitet. Zum Brauchtum an Allerseelen gehört, die Gräber verstorbener Freunde und Verwandter zu besuchen und die Gräber mit Lichtern zu schmücken. Auch spezielles Gebäck wird manchmal gebacken, etwa die Seelenbrezeln. Eine besondere Bedeutung in der katholischen Liturgie hat der sogenannte Allerseelenablass. In der Zeit vom 1. bis 8. November kann demnach einmal am Tag ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden. Eine Voraussetzung ist, dass der Gläubige am Allerseelentag eine Kapelle oder Kirche besucht und gebetet hat.

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