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Zeitungskrise:"Westdeutsche Zeitung" baut 50 Stellen ab

Bei der "Westdeutschen Zeitung" in Düsseldorf wird es massive Einschnitte und Kündigungen geben. Berichten, wonach die WZ ihren Mantelteil künftig einkaufen werde, widerspricht die Geschäftsführung jedoch.

Leser der Westdeutsche Zeitung (WZ) aus Düsseldorf müssen sich auf deutliche Veränderungen bei ihrem Blatt gefasst machen. Die Hälfte der 100 Stellen in der Redaktion werden wegfallen. Es werde auch Kündigungen geben, sagte Kersten Köhler, Geschäftsführer des WZ-Verlags Girardet am Freitag.

Inhalte für einige Lokalteile würden künftig von der Rheinischen Post zugekauft. Köhler widersprach jedoch Berichten, wonach die WZ ihren überregionalen Mantelteil künftig von einer anderen Zeitung beziehe. "Die journalistische Leistung erbringen wir mit einem Team von sieben Autoren selbst", sagte Köhler, und weiter: "Lediglich die technische Produktion des Mantels vergeben wir extern".

Dieser Mantel gehe auch weiterhin an das Solinger Tagblatt und den Remscheider General-Anzeiger: "Diese Redaktionsgemeinschaft bleibt im Kern bestehen." In der Lokalberichterstattung werde man sich künftig auf die Kernmärkte Düsseldorf, Wuppertal und Krefeld konzentrieren.

Die WZ hat eine Auflage von knapp 100 000 und liefert den Mantel für weitere 60 000 Exemplare. Köhler hatte die Kürzungspläne am Donnerstag der Belegschaft verkündet. In der nächsten Woche sollen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat beginnen. Der Deutsche Journalisten-Verband, der bereits zuvor über mögliche Kürzungen berichtet hatte, kritisierte den Zukauf von lokalen Inhalten als "Schritt in Richtung publizistische Sackgasse".

© dpa/ihe/dd

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