bedeckt München 22°
vgwortpixel

Zeitschrift "Brigitte":Ohne Models geht es wohl doch nicht

Zweieinhalb Jahre lang hat die Zeitschrift "Brigitte" ihr Heft nur mit Laienmodels bebildert, um keine "Rollenbilder" mehr vorzugeben. Nun teilt der Verlag mit, auch wieder Profis zeigen zu wollen. Zur Begründung werden Zuschriften von Leserinnen zitiert.

Deutschlands führende Frauenzeitschrift Brigitte kehrt zu professionellen Fotomodellen zurück. Das teilte der Verlag Gruner+Jahr in Hamburg mit. 2010 hatte die Brigitte die Initiative "Ohne Models" gestartet. Gut zweieinhalb Jahre lang fotografierte das Blatt seither als Statement gegen Magermodels nur Laufsteg-unerfahrene Frauen und Männer. Die Brigitte wollte Menschen zeigen, "die mitten im Leben stehen", Studentinnen und Verkäuferinnen, wie es damals in der Ankündigung hieß.

Brigitte Fashion Event 2011

Ein Model beim Brigitte Fashion Event 2011 zum einjährigen Jubiläum der Initiative "Ohne Models" im Januar 2011 in Hamburg.

(Foto: imago stock&people)

"Nun ist es Zeit, mal wieder Bilanz zu ziehen", heißt es im Editorial zum neuen Heft vom 19. September. "Viele von Ihnen (den Leserinnen) sagten in letzter Zeit: 'Die Idee ist ja gut, aber manchmal will man einfach nur die Mode sehen.' Oder: 'Ich fühle mich manchmal von der Mode abgelenkt, wenn eine ganz normale Frau gezeigt wird. Und, ja, auch unter Druck gesetzt: Wenn die Frau von der Straße auf den Fotos in Brigitte schon so schön aussieht, das macht einem ja Minderwertigkeitskomplexe.' "

"Ohne Models" werde damit nicht abgeschafft, hieß es weiter. Vom kommenden Heft an werde man aber "immer dann mit professionellen Models arbeiten, wenn wir glauben, dass es für ein Thema oder auch das Titelbild besser passt", heißt es weiter. Der Schritt habe nichts mit Kosten oder möglichem Mehraufwand bei Laienmodels zu tun, sagte eine Sprecherin von Gruner+Jahr.

Im vergangenen Monat hatte es einen Wechsel in der Chefredaktion der Brigitte gegeben. Stephan Schäfer löste Chefredakteur Andreas Lebert ab und bildet künftig eine Doppelspitze mit Brigitte Huber, die bereits zuvor Teil der Chefredaktion war. Die verkaufte Auflage der Brigitte liegt bei mehr als 600.000 Exemplaren.