Videoclip Loyal mit Doug

In seiner Rolle als Frank Underwoods rechte Hand erklärt Schauspieler Michael Kelly das Prinzip Geoblocking. Zu kaum einem anderen Anlass wird über das Thema so viel gesprochen wie zum Start einer neuen Staffel von "House of Cards".

Von Moritz Baumstieger

Lizenzrechte zu regeln, sagt der Mann mit der Halbglatze, das sei ungefähr genauso schwer, wie ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Es brauche dafür jede Menge Zeit und viele Verhandlungsrunden. Der Mann, der da spricht, ist der Schauspieler Michael Kelly in seiner Rolle als Doug Stamper - und als solcher spricht er aus Erfahrung: Im Politdrama House of Cards ist er der scheinbar unendlich loyale Ausputzer des intriganten US-Politikers Frank Underwood.

In dem über Twitter verbreiteten Clip wendet sich Stamper an die Abonnenten des Streamingportals Netflix im Nahen Osten. Grund ist, dass das mit den Verhandlungen wohl trotz der vielen Zeit nicht geklappt hat: Die fünfte Staffel der Serie wird in der arabischen Welt und in Nordafrika erst vom 30. Juni an zu sehen sein, also mit einmonatiger Verspätung nach dem Start in den USA (in Deutschland ist die Serie seit Dienstag auf Sky zu sehen). Stamper tut das leid, sagt er, "doch sogar Frank musste zwei Staffeln lang konspirieren, bevor er Präsident wurde".

Mit dem kurzen Video will Netflix enttäuschte Abonnenten aber nicht nur vertrösten. Ohne die Worte "Geoblocking" oder "illegales Streaming" zu erwähnen, warnt Stamper davor, sich House of Cards auf anderen Wegen zu besorgen. Weil schon die letzten Staffeln der immens populären Serie nicht weltweit zum gleichen Datum starteten, guckten viele Nutzer aus geblockten Regionen auf Umwegen. Sie gaukelten durch eine manipulierte IP-Adresse einen falschen Standort vor, an dem die Serie schon verfügbar war oder suchten sich die Folgen auf anderen Portalen, die sie illegal von Netflix kopiert hatten. Zu kaum einem anderen Anlass wird über das Thema Geoblocking so viel gesprochen wie regelmäßig zum Start jeder neuen Staffel von House of Cards.

Kelly alias Stamper jedenfalls sagt, er wisse, dass er nicht auf die uneingeschränkte Loyalität jedes einzelnen zählen könne. "Aber für alle, die bei uns bleiben: Eure Loyalität wird nicht unbemerkt bleiben."