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TV-Tipps zum Wochenende:Kopflos

Shaun das Schaf - Der Film

Was die Beatles können...: Shaun (2. v. r.) sucht mitsamt der Herde seinen Bauer, der in der Großstadt sein Selbst vergessen hat.

(Foto: Aardman Animations/Studiocanal)

Ein geisterhafter Reiter, ein verliebter Underdog und Nutzvieh in der Großstadt: Sie alle sind nicht bei Sinnen. Das macht sie so sympathisch.

Shaun das Schaf

TRICKFILM, SAT 1, Sonntag, 13.50 Uhr

Zu den schönsten Figuren, die der britische Stop-Motion-Guru Nick Park (Wallace & Gromit) für seine Aardman-Studios ersonnen hat, gehört Shaun, das Schaf, das ein bisschen cleverer ist als die meisten seiner Artgenossen. Im Kinofilm dazu hatten die Schafe eine ganz blöde Idee: Sie wollen eine sturmfreie Bude und spedieren ihren durch Schafezählen sedierten Bauern von der Farm, wobei er leider einen Schlag auf den Kopf bekommt und sich danach mit einem Stadtbewohner verwechselt und mit seiner Schafschur-Expertise zum Promifriseur avanciert. So viel Freiheit ist den Schafen dann aber zu viel. Die Aardman-Viecher aus Knete sind natürlich kindertauglich, Shaun hat sogar eine eigene Serie; seit seinen Anfängen aber reicht für alles, was aus Nick Parks Labor kommt, ein kindliches Gemüt.

Ein irrer Typ

KOMÖDIE, RBB, Samstag, 23.45 Uhr

Jean-Paul Belmondo ist zwar mit einigen der wichtigsten Filme der Nouvelle Vague zu Ruhm gekommen - Außer Atem beispielsweise -, aber er zeigte später auch ein großes Herz für kleine Späße. Ein gutes Beispiel dafür ist Ein irrer Typ von Claude Zidi, entstanden 1977, auf der Höhe seines Ruhms. Da tritt er in einer Doppelrolle auf, als Schauspieler Bruno und dessen Stuntman Mike. Bruno fordert Belmondo einige Selbstironie ab, er ist zwar ein Star, aber ein großer Mime ist er nicht; und Mike nimmt ihm eigentlich nur deswegen heimlich alle gefährlichen Aufnahmen bei einem James-Bond-artigen Agentenfilm ab, weil er am Set das Herz seiner Ex-Freundin Jane (Raquel Welch) zurückgewinnen will. Was dabei herauskommt, ist eine harmlose, in Geschmacksfragen etwas wüste Klamotte - sinnfrei, aber schön.

Giganten

DRAMA, ARTE, Sonntag, 20.15 Uhr

Der epische Western Giganten von George Stevens kam erst nach dem Tod von James Dean 1955 ins Kino - der spielte Jett Rink, der auf einer Ranch in Texas aushilft, sich in Leslie (Elizabeth Taylor) verliebt, die frisch auf der Ranch Reata angekommen ist, als Frau des Ranchers Bick Benedict (Rock Hudson). Jett, der Underdog, findet auf seinem Land Öl und widmet fortan sein Leben der Aufgabe, zu einem ernsthaften Rivalen für Bick zu werden. Nicht auf die beste Art: Geld, sagt Leslie in einer Szene zu Jett, ist nicht alles - und er antwortet: Nicht, wenn du welches hast. Ein Klassiker mit verschobenem Fokus auf James Dean: Rock Hudson war damals der viel größere Star, Taylor hatte er sich für die Rolle seiner Frau gewünscht, und das leise Scheitern der Ehe von Leslie und Bick, die nicht zueinanderpassen, ist eigentlich der Kern der Geschichte.

Sleepy Hollow

HORRORFILM, SAT 1, Samstag, 21.50 Uh

Eigentlich ist Washington Irvings Legende von Sleepy Hollow, 1820 erschienen, ein verkappter Rübezahl, aber für Tim Burtons Film von 1999 wurde die Geschichte vom kopflosen Reiter etwas abgewandelt: Der Polizist Ichabod (Johnny Depp) glaubt an nichts Übersinnliches; und er findet, Angeklagte sollten sich entlasten dürfen. Was fürs Jahr 1799 so tollkühn ist, dass er prompt in die Provinz versetzt wird, um die geheimnisvollen Morde in der "schläfrigen Schlucht" zu untersuchen, die ein kopfloser Reiter begangen haben soll. Er verliebt sich dort in Katrina (Christina Ricci) und wird nicht nur in eine Familien-, sondern auch in eine Geistergeschichte verstrickt. Tim Burton hat seinen Film um den Sleepy Hollow-Reiter nach einem italienischen Vorbild geformt, der "gotische Horror" aus Italien in den Sechzigerjahren hatte ihn dazu inspiriert.