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Treffen der CDU-Werteunion:Hausverbot für Stader Tageblatt

Von Peter Burghardt

Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und die sogenannte Werteunion trafen sich am Samstag in Buxtehude, die Regionalzeitung Stader Tageblatt allerdings durfte nicht über die Veranstaltung berichten. Denn die Werteunion, in der sich besonders konservative Politiker der CDU zusammen finden, entzog der Redaktion vor ihrer Nordkonferenz die Akkreditierung und erteilte Hausverbot. Der Sprecher der Veranstalter warf dem Stader Tageblatt aus unerfindlichen Gründen vor, für die Gegendemo einer Satirepartei verantwortlich zu sein. "Hanebüchen", sagt Chefredakteur Wolfgang Stephan. Bisher war hauptsächlich die AfD dafür bekannt, zuweilen Journalisten auszuschließen. Entsetzt ist auch der Stader Kreisvorsitzende der CDU, die zuletzt ja Meinungsfreiheit und Debattenkultur angemahnt hatte. Die Art und Weise, wie der Pressesprecher der Werteunion mit dem Tageblatt umgehe, als auch als auch "die haltlosen Vorwürfe an sich", so Kai Seefried, gleichzeitig Generalsekretär der CDU Niedersachsen, "machen mich sprachlos." Da gerade die Werteunion für sich in Anspruch nehme, die Werte der Union zu vertreten, "so muss ich mindestens mit Blick auf das Handeln des Pressesprechers feststellen, dass dies ganz sicher nicht der Fall ist."

© SZ vom 29.10.2019
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