Steven Seagal in Reality-Doku auf RTL2 Furchtlos wie eh und je

Als die Polizei fragte, ob Steven Segal nicht Lust habe, den Kollegen seine Kampfkünste beizubringen, war der Schauspieler sofort einverstanden. Aus seiner Arbeit als Hilfssheriff ist eine Reality-Doku entstanden, die nur eines will: zeigen, dass der 61-Jährige noch immer ein cooler Typ ist.

Von Arne Koltermann

Steven Seagal kann Karate. Er hat lange in Japan gelebt, wo er als erster Ausländer ein Aikido-Studio betrieb. Als, nun ja, Schauspieler sprang, schlug und schoss Seagal sich später durch Filme wie Hard to Kill, Zum Töten freigegeben oder Deadly Revenge - Das Brooklyn-Massaker. Mehr als zwei Milliarden Dollar spielten diese Filme ein, in denen er furchtlose Polizisten spielte. Am Ende bezwang Seagal Dealer und Killer mit Knarre und Karate.

Auf Youtube gibt es ein verwackeltes Demovideo: Seagal, mit 1,93 etwa einen halben Meter größer als die zum Schaukampf antretenden Japaner, streckt die Opfer gleichsam berührungslos zu Boden. Das Publikum klatscht andächtig. Wie Chuck Norris und Jean-Claude van Damme kam er vom Kampfsport zum Film.

Ein Mann, der mit dem Verbrechen aufräumt - diese Rolle spielt Seagal auch in der amerikanischen Reality-Doku Lawman. Vor mehr als zwanzig Jahren, so will es die Legende, meldete sich die Polizei von Jefferson in Louisiana bei ihm: Ob er nicht Lust habe, den Kollegen seine Kampfkünste beizubringen.

Seagal war einverstanden, wurde bald Hilfssheriff. Doch "diese Tatsache hält er bis heute geheim," verkündet die Stimme aus dem Off. Die Heimlichtuerei hilft freilich nicht viel, mitten im Einsatz bittet ihn eine schwarze Frau um ein Autogramm. Anerkennend mustert sie seine Pranke: "Das ist aber eine große Hand."

Neben der Verbrecherjagd hilft Seagal beim Schießtraining. Seinem Kollegen droht der Schreibtisch, wenn er beim Test nicht genug Punkte erreicht: "Ich habe gehört, dass Steven ein As ist. Vielleicht kann er mir helfen." Er kann, fixiert einen Pappkameraden, trifft ins Schwarze. Wohin sonst? Der Kollege verfehlt den von Seagal markierten Punkt natürlich weit. "Nein, du bist kein Anfänger", tröstet ihn der Schauspieler.

Dokumentieren will Lawman nur eines: Steven Seagal ist auch mit 61 Jahren noch ein verdammt cooler Typ. Furchtlos wie eh und je: "Es kann auf den Straßen sehr gefährlich werden. Aber für mich ist es das wichtigste, die Bewohner dieser Gemeinde zu schützen." Vor Raubüberfällen, Pöbeleien und natürlich Drogen. Der Kampfsport hat seine Sinne geschärft: "Selbst wenn die Welt vorbeirast, sehe ich alles ganz deutlich. Aufs Gas, Johnny, du musst ihn kriegen!"

Hardrock-Imitat unterlegt die Verfolgungsjagd. Auch das mit der Musik würde Steven Seagal vielleicht hinkriegen. Denn er hat eine Band, allerdings spielt die eine verwegene Mischung aus Reggae und Country. Dann fördert die Untersuchung eines Verdächtigen einen gefährlichen Fund zutage. "Kaliber 62 ist sehr schnell und durchschlägt die meisten Westen - ein schlimmer Feind der Polizei", erklärt der Superpolizist. "Jede Waffe, die von der Straße weg ist, kann nicht mehr eingesetzt werden." Gegen schärfere Gesetze ist er dennoch. Womit soll man die Bösen denn sonst abknallen?

Im Grunde ist Seagal ein gemütlicher Typ. "Aikido bedeutet: Der Weg des Friedens und der Harmonie. Eigentlich löse ich die Probleme lieber mit Humor und Freundlichkeit." Denn Buddhist ist er natürlich auch.

Steven Seagal - Lawman, RTL2, mittwochs, 22.45 Uhr.