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Spielfilmtipps:Abgehoben

Porträt des Milliardärs als fliegender junger Mann: Leonardo di Caprio als Howard Hughes in Aviator.

(Foto: Andrew Cooper/IMF/Miramax)

Ein milliardenschwerer Flugpionier, ein gemobbtes Mädchen und ein starker früher Film von Regisseur Cary Fukunaga.

Sneakers - Die Lautlosen

Thriller, ZDF Neo, Samstag 20.15 Uhr

1992, von Phil Alden Robinson. Die Geburt des Hacking aus dem Geist der 68er-Anarchie. Damals machten sich die Studenten Marty und Cosmo - Robert Redford und Ben Kingsley - einen Spaß mit der Manipulation per Computer. Mit spektakulären Effekten: Die Republikaner spenden großzügig an die Black Panthers. Von Nixons privatem Konto wird ein Betrag übertragen auf das der Nationalen Gesellschaft für Legalisierung von Marihuana. Der Schatten von Die drei Tage des Condor - mit Redford, Regie Sydney Pollack - liegt über dem Film. Cosmo wird geschnappt, Marty kommt davon und verschwindet in einem Zwischenreich zwischen Kriminalität und Politik, wo er mit River Phoenix und Sidney Poitier werkelt. Plötzlich stehen zwei Agenten vor der Tür, Marty soll bei einem intriganten Coup mitmachen. Die NSA weiß alles und sie vergisst nicht.

Sin Nombre - Zug der Hoffnung

Bandendrama, ARD, Sonntag, 23.35 Uhr

von Cary Fukunaga. Ein Flüchtlingsdrama von 2009, über die Grenze zwischen Mexiko und den USA bewegt sich der Zug des deutschen Titels, die Menschen auf den Dächern der Waggons hoffen auf Arbeit und eine bessere Zukunft. Aber auch Mitglieder der berüchtigten Bande Mara Salvatrucha sind an Bord, um die Flüchtlinge zu berauben. Fukunaga wurde fürs Kino inspiriert, als er beim Nachspielen der Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs mitmachte. Bandenkriege in New York gibt es in Leonard Bernsteins West Side Story, 1960 fürs Kino mitreißend produziert von Robert Wise/Jerome Robbins - die weißen Jets gegen die Sharks, zugewandert aus Puerto Rico. Zwischen den Banden steht das Mädchen Maria. Am Wochenende wäre Lenny 100 geworden (Samstag, 3Sat, 20.15 Uhr).

Stephen Kings Carrie - Des Satans jüngste Tochter

Horror, Tele 5, Sonntag, 22.30 Uhr

1976, von Brian de Palma. Mobbing in der Schule, in den Siebzigern, damals war der Begriff noch gar nicht geläufig. Aber das Mobbing der armen Carrie durch die Mitschüler ist wirklich fies, bis aufs Blut - einen Kübel Schweineblut. Sissy Spacek ist Carrie, und Brian de Palma, der ein noch schlimmerer Voyeur ist als sein Meister Hitchcock, filmt unerbittlich ihren Schrecken, als sie nach dem Sportunterricht unter der Dusche die erste Periode hat. Etwa fünfzehn Jahre zuvor inszenierte Jerry Lewis den Schrecken, wie er über den Campus schleicht, Der verrückte Professor, nach der Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde (Sonntag, Tele 5, 18 Uhr). Gemobbt wird hier ein schusseliger Professor, also verwandelt er sich per Spezialtrank in Buddy Love, ein Monster, einen Angeber, den Jerry hasste, aber unbedingt spielen wollte.

Aviator

Biopic, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr

2004, von Martin Scorsese. Aus seiner späten historischen Phase: die manchmal eher elende Lebensgeschichte des Howard Hughes, der als Flieger erfolgreich sein wollte und als Filmemacher, beides ging spektakulär daneben, dagegen scheffelte er mit TWA, dem Fluggeschäft seines Vaters, Milliarden. Leonardo DiCaprio spielt ihn, mit vollem Körpereinsatz, so wie Robert De Niro einst den "Raging Bull" verkörperte in Scorseses berühmten Boxer-Film. Hughes hatte Riesenangst vor Bakterien und Ansteckung und zog sich für Wochen in die Isolation seines privaten Vorführraums zurück. Ein krankhafter Fall von luxuriöser Verwahrlosung. Seit den Sechzigern haben sich alle möglichen Stars und Regisseure für die Figur von Hughes interessiert, Warren Beatty und Brian de Palma, Milos Forman und Christopher Nolan.