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Radio:Schritt ins Digitale

Deutschlandfunk Kultur setzt in seinem Kinder- und Jugendprogramm künftig stark auf Podcasts. Die Verantwortlichen finden, dass diese Form der Präsentation der Lebenswirklichkeit junger Menschen gerechter wird. Es geht ums Abholen.

Im Herbst vergangenen Jahres bekam Andreas-Peter Weber einen offenen Protestbrief. Der Grund: Der Programmchef hatte die Sendetermine der Kinder- und Jugendsendung Kakadu bei Deutschlandfunk Kultur massiv reduziert. Ab 1. Juli soll es zwar nicht mehr Sendezeit, dafür aber neben dem zweistündigen Programm am Sonntagmorgen von 7.30 Uhr an einen eigenen Podcast geben. Geplant sind drei Folgen pro Woche mit einer Dauer von etwa 20 Minuten. Jede Folge wird sich mit einer Frage beschäftigen, die Kinder gestellt haben: Wie viel ist ein Euro wert? Warum ist mir langweilig? Warum ist es schlecht, wenn die Sommer immer heißer werden? Beantworten werden diese Fragen von einem Experten und einem Kind. Ausschnitte des Podcasts wird es auch im Kakadu-Magazin sonntags ab 9.05 Uhr zu hören geben.

Der Schritt ins Digitale ist für Weber und sein Team eine bewusste Entscheidung. Ein Podcast werde "der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen gerechter". Man wolle die Menschen dort abholen, wo sie unterwegs seien, und das sei nun einmal immer häufiger im Netz. Die meisten Programme seien deshalb nicht mehr nur linear im Radio, sondern auch online als Podcast verfügbar. Darüber hinaus gibt es von Juli an montags um 0.05 Uhr die Sendung Über Podcast, die über Trends auf dem Podcastmarkt informiert. Werktags gibt es von da an auch eine einheitliche Anfangszeit um 22.03 Uhr für die Hörspiele, Krimis, Features sowie die Literatur. Einiges davon läuft bislang erst nach Mitternacht.