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Bürgerportal:Rekordzahl an Beschwerden

Immer mehr Menschen melden verdeckte Werbung oder unangebrachte Inhalte im öffentlich-rechtliche und privaten Rundfunk.

Das Bürgerportal "Programmbeschwerde" hat im Jahr 2020 zirka 500 Meldungen mehr als im Vorjahr bekommen. Das entspricht einem Anstieg um 25 Prozent. Für Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, ist das Zeichen einer "gestiegenen Sensibilität" bei der Wahrnehmung von Medieninhalten. "Die Bürgerinnen und Bürger nutzen diese Anlaufstelle, um sich aktiv einzubringen", so Kreißig.

Beim Portal der Landesmedienanstalten können Bürger und Bürgerinnen sich melden, wenn sie verdeckte Werbung oder unangebrachte Inhalte im privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie in Online-Angeboten entdecken. Dazu gehören zum Beispiel "gewalttätige Szenen im Nachmittagsprogramm oder Beiträge, die die Grenzen des guten Geschmacks weit überschreiten", wie man auf dem Portal liest. Die Medienanstalten sind eigentlich nur für die Aufsicht der privaten Anbieter zuständig, Beschwerden für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden deshalb an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Wie in den Vorjahren lag der inhaltliche Schwerpunkt der Beschwerden im Bereich des Jugendschutzes. Hier wurden besonders "Erotik-Werbung und für Kinder überbelastende Trailer im Tagesprogramm" kritisiert, so die Pressemitteilung der Landesmedienanstalten. Ein weiteres Ärgernis blieben aus Sicht des Publikums zu lange und aufdringliche Werbeblöcke im Fernsehen.

© SZ/FPOL
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