Pay-TV-Sender TNT produziert eigene TV-Serie:Kein Riesenbudget

Die Free-TV-Sender, das meint er damit, müssen mehr darauf achten, dass die einzelnen Folgen auch unchronologisch wiederholt und verstanden werden können.

Wie viel Geld Turner für Add a friend ausgegeben hat, ist weder vom Sender noch der Produktionsfirma zu erfahren. Die zehn Episoden à 25 Minuten sind an 21 Drehtagen entstanden, der ganz große Luxus ist das sicherlich nicht.

Die deutsche Turner-Unterhaltungschefin Anke Greifeneder sagt: "Wir verfügen zwar auf jeden Fall nicht über Riesenbudgets wie HBO, aber wir setzen auch auf kreative Freiheit." Das Serien-Projekt lasse sich nur schwer mit den HBO-Produktionen vergleichen.

HBO gehört wie Turner zum amerikanischen Konzern Time Warner und hat in den USA 28 Millionen zahlende Kunden. TNT Serie hat dem Sender zufolge 4,6 Millionen Abonnenten auf allen Vertriebsplattformen wie Sky oder der Telekom, das sind andere Voraussetzungen.

Hannes Heyelmann, Geschäftsführer der deutschen Turner-Niederlassung, behauptet aber, der Markt sei "in Bewegung". Das mag richtig sein, Projekte wie der 2011 gestartete 24-Stunden-Sender Sky Sport News sprechen dafür, es gibt ein paar eigenproduzierte Sendungen wie die von Désirée Nick moderierten Comedy Starters.

Ausstrahlung im Herbst

Als Sky vor wenigen Tagen vermeldete, mehr als drei Millionen Abonnenten zu haben, wurde das als quasi magische Grenzüberschreitung verkauft. Einen Pay-Boom kann man daraus aber nicht ableiten.

Viel sehen kann man von Add a friend noch nicht, ein paar Minuten lang nur ist der Trailer, den Wiedemann & Berg zusammengeschnitten hat. Er zeigt den bettlägerigen Ken Duken und den ziemlich schnieken Friedrich Mücke.

Von Liebe, Intrige, Fahrerflucht und Geld ist die Rede - und wenn geredet wird, sieht man Gesichter auf Laptop-Bildschirmen. Rhythmus, Ton und Bilder in diesem kleinen, durchaus lustigen Ausschnitt erinnern an amerikanische Sitcoms (aber ohne eingespielte Lacher) - und so etwas in der Art könnte es ja auch werden.

Im Herbst soll Add a friend ausgestrahlt werden. Ob die Serie danach fortgesetzt wird, das wird auch im Pay-TV vom Erfolg abhängen - auch wenn Erfolg hier wohl nicht nur mit Quoten gemessen wird.

Turner erhofft sich Aufmerksamkeit für den Sender, zwar erfasse man inzwischen auch mit Hilfe der GfK die Zuschaueranteile. Die qualitative Auswertung sei grundsätzlich aber "sicher wichtiger". Man werde darauf schauen, wie die Serie auf dem Lizenzmarkt ankommt, ob sie Preise gewinnt, wie die Plattform-Partner darauf reagieren. Im Grunde also, ob sie am Ende vielleicht doch ein kleines bisschen mit einer HBO-Produktion verglichen werden kann.

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