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Österreichischer Fernsehsender:Fortsetzung folgt

Servus TV sendet vorerst auch in Deutschland weiter. Es ist nicht der erste Rückzug vom Rückzug: Auch in ihrer Heimat waren die Salzburger schon kurze Zeit totgesagt.

Von Cathrin Kahlweit

Im Frühjahr hatte Servus TV, der Privatsender des Red-Bull-Magnaten Dietrich Mateschitz, einige Verwirrung ausgelöst, als die Salzburger ihr eigenes Ende verkündeten: Servus TV mache so viele Verluste, dass sich der Betrieb nicht mehr lohne, hieß es. Einen Tag später die Kehrtwende, alles anders: Servus TV sende weiter. Die Mitarbeiter hatten Mateschitz schwören müssen, dass sie ihm keinen Betriebsrat ins Haus holen. Wenige Wochen später wurde dann das nächste Aus verkündet: für den Sendebetrieb in Deutschland. Die Wogen schlugen diesmal weit weniger hoch, denn ohnehin ist die Reichweite außerhalb Österreichs verschwindend gering. Nun folgte auch hier eine Kehrtwende, auch wenn man sich dafür weitaus mehr Zeit ließ: Servus TV sendet in Deutschland nun - doch - weiter. Zumindest vorerst.

Warum, wieso, darüber war am Firmensitz bei Salzburg eher wenig zu erfahren. Man habe, so ein Sprecher gegenüber dem Branchendienst DWDL, so positive Resonanz auch aus Deutschland erfahren, dass man neben dem neuen Online-Angebot auch das klassische Angebot fortsetze. Nun könnte man vermuten, die Schlagzeilen über das Nein zum Nein hätten womöglich den Zweck, eben dies, das neue Online-Angebot, zu promoten - aber wer weiß das schon. Jedenfalls hat Servus TV bei dieser Gelegenheit betont, man plane mit Servus.com nun eine Digital-Plattform, die alles unter einem Dach vereinen solle - also Servus TV, das Magazin Servus in Stadt & Land, den Online-Shop Servus am Marktplatz und die Bücher. Was das perspektivisch für das Fernsehprogramm bedeuten könnte, darüber rätseln die Experten.

© SZ vom 19.10.2016
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