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Milliardenofferte:Axel Springer greift nach WAZ-Gruppe

Der Medienkonzern Axel Springer möchte Teile der WAZ-Gruppe kaufen. Nach Angaben einer Sprecherin habe man ein "unverbindliches Angebot" abgegeben. Auch eine vollständige Übernahme des Essener Regionalzeitungskonzerns schließt Springer nicht aus - die WAZ-Gesellschafter weisen das Angebot allerdings zurück.

Der Axel Springer Konzern (Bild, Welt) will Teile der WAZ-Gruppe kaufen. "Axel Springer hat für Teile der WAZ-Gruppe ein unverbindliches Angebot abgeben", sagte eine Springer-Sprecherin am Freitag in Berlin und bestätigte damit einen Bericht des Manager Magazins.

WAZ Medien Gruppe in Essen

Verwaltung der WAZ-Mediengruppe in Essen: Die Axel Springer AG will Teile des Verlagshauses kaufen.

(Foto: dpa)

Springer-Chef Mathias Döpfner habe den Inhabern des Essener Zeitungskonzerns (WAZ, Westfälische Rundschau, NRZ) vor wenigen Tagen eine schriftliche Übernahmeofferte unterbreitet, berichtete die Wirtschaftszeitschrift am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. Springer habe demnach vor allem Interesse an bestimmten Teilen der WAZ. Ein Gebot für die gesamte WAZ-Gruppe "würden wir heute nicht prinzipiell ausschließen wollen", hieß es aber.

Der Medienkonzern bewertet die gesamte Gruppe demnach mit 1,4 Milliarden Euro. Auch für einzelne Unternehmensteile hat der Konzern konkrete Angebote abgegeben, berichtet das Magazin. Das Angebot stehe unter dem Vorbehalt der Überprüfung durch das Kartellamt und einer wirtschaftlichen Prüfung des Unternehmens.

Ein Sprecher der Funke-Gruppe, die 50 Prozent der Anteile an der WAZ-Gruppe hält, wies das Angebot allerdings zurück: "Die Funke-Gruppe ist derzeit an einem Verkauf von Teilen der WAZ Mediengruppe nicht interessiert." Daher würden sich keine Verhandlungsmöglichkeiten mit der Axel Springer AG ergeben.

Auch Funke-Tochter Petra Grotkamp ließ durch einen Anwalt verlauten, dass die entsprechenden Geschäftsbereiche nicht zur Disposition stünden. Die in dem Angebot enthaltenen Bewertungen seien "unzutreffend" und das Angebot begegne außerdem "erheblichen kartellrechtlichen Bedenken".

Die WAZ-Gruppe ist mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro einer der größten Regionalzeitungsverlage Europas. Das Verlagshaus gehört zu jeweils 50 Prozent den Nachkommen seiner Gründer: den drei Töchtern von Jakob Funke und den drei Enkelkindern von Erich Brost. Funke-Tochter Petra Grotkamp hatte den Brost-Erben Ende August das Angebot gemacht, deren Anteile für 470 Millionen Euro zu übernehmen.

© Reuters/dpa/bero
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