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Hörfunktipps:Normal ist langweilig

Aufrührern und Grantlern gehört die Bühne des Radios, aber auch genauen Beobachtern und einer Reihe lässiger Musiker. Und Böse werden als solche kenntlich.

Normal ist langweilig

Trotz etlicher Mehrteiler-Wiederholungen ist auch Platz für neue Hörspiele zwischen den Jahren: Anhand der eigenen Biografie reflektiert Annie Ernaux in Die Jahre gesellschaftliche Entwicklungen (HR 2, Sonntag, 14.04 Uhr). Um die Folgen gravierender politischer Prozesse geht es in Tom Saller Wenn Martha tanzt, einer prototypischen Geschichte um das Bauhaus und den NS-Terror (NDR Kultur, Mittwoch, 20 Uhr). Helgard Haug und Thilo Guschas haben für Chinchilla Arschloch, waswas eine überzeugende ästhetische Form gefunden für ihr Thema: das Tourette-Syndrom (WDR 3, Samstag, 19.04 Uhr). Aus diesem Jahr ist auch Alles Rumi, ein wundervoll schlafwandlerisches Stück (Bremen Zwei, Sonntag, 18.05 Uhr).

Schöne neue Welt

Peter Keesen beschreibt in Disruptor Amazon, wie das Unternehmen gewachsene Handelsbeziehungen und Arbeitsverhältnisse auslöscht (SWR 2, Mittwoch, 22.03 Uhr). Die Serie Endspiel ums Klima befasst sich mit der Ökobilanz großer Sportarten - es geht unter anderem um die Stromkosten eines Bundesliga-Spieltags, vielfliegende Sportler und das Nachhaltigkeitskonzept der Fußball-EM 2024 in Deutschland (DLF, Neujahr sowie anschließend immer sonntags, 19.10 Uhr).

Hauptsache laut

Bayern 2 sendet noch von Sonntag bis Dreikönig täglich um 20.05 Uhr Konzert-Mitschnitte, darunter von Gregory Porter (Neujahr), Element of Crime (Mittwoch), Moop Mama (6.1.) und Georg Ringsgwandl (5.1.) - der ist auch in einem langen Interview zu hören: Granteln gegen Garten-Nazis (SWR 2, Mittwoch, 19.05 Uhr). Aufrührerisches Potenzial hat auch das Kasperltheater: Radau um Kasperl von Walter Benjamin ist ein ganz frühes (und in der Originalfassung verloren gegangenes) Stück Hörfunk, das Ulrich Lampen nun neu inszeniert hat (SWR 2, Neujahr, 14.05 Uhr). sfi