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Hörfunktipps:Neue und alte Grenzen

Wer reale Reisen noch scheut, kann mit dem Radio Zeitreisen unternehmen, in Pessoas verträumtes Lissabon und Brechts jungdemokratisches Deuschland. Sendungen, die in der Gegenwart angesiedelt sind, handeln von Skandalen oder Zukunftsfragen.

Von Stefan Fischer

Zukunftsaussichten

Weg mit den Chefs! In ihrem Feature erläutert Jessica Braun, warum Firmen immer demokratischer werden (DLF, Freitag, 20.05 Uhr). Jochen Rack befasst sich im Nachtstudio-Essay Mobilität von gestern mit der Zukunft des Mythos' Auto (Bayern 2, Dienstag, 20.05 Uhr). Um Abschottung, Misstrauen, aber auch Solidarität geht es im ARD-Radiofeature Europas Corona-Grenzen (SWR 2, Mittwoch, 22.03 Uhr). Die Chronik eines deutschen Skandals: So lautet der Untertitel von Margot Overaths Feature Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau (WDR 5, Sonntag, 11.04 Uhr). Tom Schimmeck lotet in Silicon children die Heilsversprechen der großen Digitalkonzerne in Bezug auf Erziehung aus (DLF, Dienstag, 19.15 Uhr).

Interessante Irrwege

Der Liebeskassierer ist ein neues Hörspiel der gedanklich stets wunderbar verspielten Mariola Brillowska (WDR 3, Dienstag, 19.04 Uhr). Trommeln in der Nacht ist Bertolt Brechts erster Theatertext. Junge Schauspieler klopfen ihn in einer Hörspieladaption auf seine Gegenwartstauglichkeit ab (RBB Kultur, Freitag, 22.04 Uhr). Ebenfalls eine diesjährige Produktion: Taperecordings eines metaphysischen Regisseurs, Kai Grehns akustisch fantasievolle Wanderung durch Fernando Pessoas Lissabon (DLF, Samstag, 20.05 Uhr).

Heimat in der Fremde

Robert Schoen lässt im Hörspiel Heidi Heimat Asylbewerber und Migranten die Verfilmung von Johanna Spyris Heidi nacherzählen. Der Heimatbegriff bekommt dadurch einen neuen Dreh (NDR Info, Sonntag, 21.05 Uhr). Die Ilias des Homer ist auch durchzogen von Motiven der Heimatlosigkeit. Klaus Buhlert hat sie 2008 als Hörspiel inszeniert, mit Manfred Zapatka, das erste und das letzte Buch daraus werden nun wiederholt (SWR 2, Donnerstag, 22.03 Uhr sowie 28. Juni, 18.20 Uhr). Um innere Unbehaustheit dreht sich Friedrich Anis Krimi Der namenlose Tag (Bayern 2, Mittwoch, 20.05 Uhr).

© SZ vom 20.06.2020

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