Hörfunktipps Nachricht an alle

Nur wovon die Welt hört, wird zur Tatsache. Weshalb manche lieber die Ohren verschließen. Die meisten aber tragen dick auf. Sollen ja alle mitkriegen.

Von Stefan Fischer

Fluchten nach vorne

Solange ihr niemand sagen kann, dass ihr Sohn gefallen ist, lebt er: Daran klammert sich die Hauptfigur, gesprochen von Martina Gedeck, in David Grossmans Eine Frau flieht vor einer Nachricht (NDR Info, Freitag, Samstag und Sonntag, 21 Uhr). Ebenfalls eine Geschichte über Einsamkeit und Lebensgier, dennoch gänzlich anders gelagert, ist Jack Londons Ruf der Wildnis, mit Nico Holonics in der fulminanten Solorolle des Hundes Buck (Bayern 2, Freitag, 21.05 Uhr). Ins pralle Leben indessen springt die Hörspielreihe von Philip Stegers und Benjamin Quabeck über dilettantische Ruhrpott-Brüder: 12 Stunden Hassel, 3 Tage Nordstett, Keine Sekunde Schanze und Fuffzig Minuten Berlin (1Live, donnerstags, 23 Uhr).

Blicke zurück

Die Familiengeschichte der Arnim-Muskaus, ein Bogen über 900 Jahre: Jedem Haus ein Geist soll bleiben (Kulturradio RBB, Freitag, 22.04 Uhr). Von 1944 bis 1977 immerhin, über Generationen und Ländergrenzen hinweg, erzählt das Hörspiel Königreich der Dämmerung von drei Familien, jüdischen und nichtjüdischen (SWR 2, Sonntag und Montag, 18.20 Uhr). Das Nachtstudio ermittelt in Anschwellender Revolutionsgesang gegen die neuen und alten Rechten und ergründet die Faszination Faschismus (Bayern 2, Sonntag und Montag, 22.05 Uhr).

Geschickte Ausweichmanöver

Mehr Kinderhörspiele als gewöhnlich laufen im Feiertags-Programm: Um eine Königstochter wird im Sängerkrieg der Heidehasen von James Krüss gerungen (HR 2, Samstag, 14.04 Uhr; SWR 2, Sonntag, 14.05 Uhr). In Rafik Schamis Eine Hand voller Sterne erzählt ein Großvater in Damaskus seiner zehnjährigen Enkelin Geschichten aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg (SWR 2, Montag, 14.05 Uhr). Wie die gleichaltrige Jette mit einem Schicksalsschlag umgeht, davon handelt Schlafen Fische? (DLF Kultur, Freitag, 8.05 Uhr).