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Hörfunktipps:Letzte Tage

Hörspiele zu Balzac, Mann, Proust, Zweig und König Ludwig II., ein Essay über Gender-Vielfalt, ein Generationenporträt über die Macht der Väter und ein Geisterspiel aus dem Jahr 2004: Was am Wochenende im Radio hörenswert ist.

Von Stefan Fischer

Letzte Tage

Zwei Hörspiele über das Ende des Märchenkönigs: Die letzten Tage des Königs von Fritz Meingast, 1961, sowie Vergittertes Fenster von Klaus Mann, 2020 (Bayern 2, Samstag bzw. Sonntag, 15.05 Uhr). Das unwürdige Ende einer Schriftsteller-Karriere: Balzacs Pferd, inszeniert vom großen Heinz von Cramer (SR 2, Sonntag, 17.04 Uhr). Ein halbes Jahrhundert nach Balzac irrlichtern die Figuren aus Marcel Prousts Die Gefangene waidwund durch Paris (DLF, samstags, 20.05 Uhr). Um Scham und Schuld in einer Beziehung dreht sich auch Stefan Zweigs Hörspiel Angst (DLF Kultur, Sonntag, 18.30 Uhr). Ein kluges Wechselspiel zieht Paul Plamper in Dienstbare Geister auf, er spiegelt die heutige Einwanderungsgesellschaft in der Kolonialgeschichte (WDR 3, Montag bis Donnerstag, 19.04 Uhr).

Die große Kluft

In dem Nachtstudio-Essay Alles queer, alles gut? argumentiert Sabine Rohlf für den Nutzen von Gender-Vielfalt (Bayern 2, Dienstag, 20.03 Uhr). Das Hörspiel Papa liebt Dich von Sivan Ben Yishai ist ein Generationenporträt über die Macht der Väter und Emanzipationsversuche der Frauen und Töchter (DLF Kultur, Mittwoch, 22.03 Uhr). Susanne Ayoubs Hörspiel Marie. Ein Fall schildert im Gewand eines Krimis eine Geschichte weiblichen Aufbegehrens gegen männliche Moral- und Wertvorstellungen (NDR Info, Samstag, 21 Uhr).

Sport und Wort

Inzwischen ist es Alltag. Doch im Januar 2004 musste die Reporterlegende Günther Koch ein Geisterspiel kommentieren, eine Fußballpartie ohne Zuschauer, zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg - Tragödienstoff für ein Hörspiel (Bayern 2, Freitag, 21.05 Uhr). Patrick Findeis schickt im Hörspiel Zaïre 74 einen Reporter zum "Rumble in the Jungle", zum Boxkampf Muhammad Ali gegen George Foreman - und in eine rätselhafte Realität (SWR 2, Sonntag, 18.20 Uhr).

© SZ vom 08.08.2020

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