Hörfunktipps Faust und Gewehr

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Die Fünfzigerjahre waren eine frühe Blütezeit des Hörspiels. Klassiker von Bertolt Brecht und Max Ophüls sind wieder zu hören. Sowie neue Krimis, die mit Konventionen spielen.

Von Stefan Fischer

Heimatgefühle

Private Sehnsucht oder politischer Kampfbegriff? In ihrem Nachtstudio-Essay Heimat - ein Zwiespalt geht Sabine Rohlf Definitionsansätzen nach (Bayern 2, Dienstag, 20.05 Uhr). Im Feature Rückkehr nach Asprovalta schildert Rainer Schildberger den Heimatbegriff einer griechischen Gastarbeiterfamilie (MDR Kultur und Kulturradio RBB, Mittwoch, 22 Uhr). Wie Heimat sich verändert, ohne dass man dafür den Ort wechseln muss, davon handelt das Feature Ponto dos Mentirosos - Atlas eines Dorfes. Die Protagonisten sind indigene Brasilianer (DLF, Samstag, 20.05 Uhr).

Hausgötter

Auch Paul Valéry hat den Stoff bearbeitet: Mein Faust ist Fragment geblieben, von Gert Westphal 1954 als Hörspiel inszeniert mit Mephisto als demoralisiertem Kirchenvater (SWR 2, Sonntag, 18.20 Uhr). Im selben Jahr hat Max Ophüls Goethes Novelle als Hörspiel aufgenommen, mit Oskar Werner und Käthe Gold (DLF, Dienstag, 20.10 Uhr). Und ein Jahr zuvor hat der Rundfunk der DDR Bertolt Brechts Die Gewehre der Frau Carrar fürs Radio adaptiert, unter anderem mit Helene Weigel und Erwin Geschonneck (NDR Kultur, Mittwoch, 20 Uhr).

Handicaps

Ein Krimi, vor allem aber eine Liebesgeschichte: Jan kämpft um Nadine. Er rechnet sich gute Chancen aus, muss aber doch mit den brutalen Zufällen der Großstadt kalkulieren - Außer Kontrolle (DLF Kultur, Montag, 21.30 Uhr). Ein Krimi, vor allem aber ein irrer Bewusstseinsstrom: Hahnenklee wird niedergeschossen, die Welt nimmt er kaum wahr. Doch sein Gehirn arbeitet unermüdlich. (NDR Info, Sonntag, 21 Uhr). Ein Krimi, vor allem aber Science-Fiction: Paradise Revisited schickt fünf Menschen in einen höllischen Wiedergänger des Gartens Eden (Bayern 2, Mittwoch, 20.05 Uhr).