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Fortsetzung zum Missbrauchsfilm "Operation Zucker":Dreharbeiten unter Geheimhaltung

Operation Zucker

In "Operation Zucker" werden Kinder (hier Paraschiva Dragus als "Fee") bei einer Auktion versteigert. Der Film "Jagdgesellschaft" knüpft an das Thema des organisierten Kindesmissbrauchs an.

(Foto: BR/ARD/Degeto/Sperl Productions/Stephan Rabold)

Es geht wieder um organisierten Kindesmissbrauch. Mehr wollen die Macherinnen nicht verraten über die Fortsetzung des Fernsehfilms "Operation Zucker". Das Thema treffe einen "politischen Nerv".

Von David Denk

Ein langer Flur, ein knapper Dialog: "Sie sehen älter aus als auf dem Foto" - "Und was soll der Bart?" - "Macht schlanker." Karin Wegemann (Nadja Uhl) und ihr neuer Kollege Ronald Krug (Mišel Matičević) müssen wohl erst noch miteinander warmwerden. Wegemann jedenfalls bricht das gegenseitige Verhör prompt ab: "Steht alles in meiner Akte." Tür zu, Kollege draußen.

Berlin-Wilmersdorf, ehemalige Sparkassenzentrale, am vorigen Mittwoch: "Jagdgesellschaft" ist fast abgedreht, als Uhl und Matičević immer wieder diesen atemberaubend nüchternen Korridor runterhasten, sie einen Schritt schneller als er, als liefe sie vor ihm davon.

Dreharbeiten unter Geheimhaltung

Auch wenn Regisseurin Sherry Hormann einen Einfluss auf die Arbeit am Set verneint - es sind besondere Dreharbeiten, denn sie finden unter Geheimhaltung statt: "Jagdgesellschaft" ist eine Art Fortsetzung von "Operation Zucker". Den aktuellen Film verbindet auf den ersten Blick nicht allzu viel mit dem von 2012: lediglich die Hauptfigur Karin Wegemann, die zu Beginn des Films in den aktiven Polizeidienst zurückkehrt, die Produzentinnen Gabriela Sperl und Sophie von Uslar, aber eben auch - und da wird's heikel - das Thema.

Es geht um organisierten Kindesmissbrauch. Stammten die Opfer in "Operation Zucker" noch aus Rumänien, rückt das Ungeheuerliche in "Jagdgesellschaft" in die Mitte der deutschen Gesellschaft vor. So viel kann man wohl sagen, ohne zu viel zu verraten. Die Inhaltsangabe, welche zusammen mit der Drehschlussmeldung am Donnerstagabend an die Presse verschickt wurde, ist vorsichtshalber so kurz wie möglich gehalten, um keinen Angriffspunkt zu liefern.

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