Deutscher Filmpreis Sechs Lolas für "Victoria" - Film über Elser geht leer aus

65. Deutscher Filmpreis - Verleihung Die Schauspielerin Laia Costa erhält am 19.06.2015 in Berlin bei der Verleihung des 65. Deutschen Filmpreises ´Lola" den Preis in der Kategorie ´Beste weibliche Hauptrolle" für den Thriller ´Victoria". Foto: Kay Nietfeld/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

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  • Bei der 65. Verleihung des Deutschen Filmpreises wird der Film "Victoria" mit sechs Lolas ausgezeichnet, unter anderem als bester Spielfilm.
  • Als beste Dokumentation wird der Film "Citizenfour" über Whistleblower Edward Snowden ausgezeichnet.
  • Das Historiendrama "Elser - Er hätte die Welt verändert" über den Hitler-Attentäter Johann Georg Elser geht überraschend leer aus.
  • Zum ersten Mal erhält auch Til Schweiger eine Lola - allerdings außer Konkurrenz für den meist besuchten Film des Jahres, "Honig im Kopf".

Die Preisträger im Überblick

  • Der Spielfilm "Victoria" erhielt sechs Lolas, darunter den Preis als bester Spielfilm.
  • Laura Poitras' Film "Citizenfour" über den amerikanischen Whistleblower Edward Snowden wurde als beste Dokumentation mit der Goldenen Lola ausgezeichnet.
  • Laia Costa und Frederick Lau erhielten für ihre Rollen in "Victoria" jeweils die Goldene Lola als beste Schauspieler.
  • Nina Kunzendorf wurde für ihre Rolle in Christian Petzolds Holocaust-Drama "Phoenix" mit dem Preis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Bei den Männern durfte sich der Schweizer Schauspieler Joel Basman freuen. Für seine Rolle in "Wir sind jung. Wir sind stark." von Burhan Qurbani wurde er mit der Lola als bester Nebendarsteller prämiert.
  • Die Komödie "Rico, Oskar und die Tieferschatten" von Neele Leana Vollmar wurde als bester Kinderfilm ausgezeichnet. Karoline Herfurth, die in dem Film die Mutter von Rico spielt, überreichte dem Filmteam die Trophäe. Der Film über den "tiefbegabten" Rico und seinen hochbegabten Freund Oskar entstand nach dem Roman von Andreas Steinhöfel.
  • Die Kostümbildnerin Barbara Baum, die Schauspieler in Filmen wie "Die Ehe der Maria Braun" und "Aimée und Jaguar" einkleidete, erhielt den Ehren-Lola.

Enttäuschung bei den Machern von "Elser - Er hätte die Welt verändert"

"Victoria" war mit sieben Nominierungen bereits im Vorfeld ein großer Favorit bei dem wichtigsten deutschen Preis der Filmschaffenden. Enttäuschung herrschte dagegen bei den Machern des Historien-Dramas "Elser - Er hätte die Welt verändert". Der ebenfalls für sieben Lolas nominierte Film über den Hitler-Attentäter Georg Elser ging leer aus.

Der Deutsche Filmpreis wurde in diesem Jahr zum 65. Mal verliehen. Er ist mit insgesamt drei Millionen Euro dotiert, allein die Nominierungen brachten den sechs besten Spielfilmen jeweils 250 000 Euro. Bei den besten Spielfilmen gab es Lolas in Gold, Silber und Bronze. Hinter Gold-Gewinner "Victoria" landeten "Jack" und "Zeit der Kannibalen" auf den Plätzen zwei und drei.

Til Schweiger bekommt den Preis für den besucherstärksten Film

Bereits im Vorfeld der von Jan Josef Liefers vor über 1800 Gästen moderierten Gala im Berliner Palais am Funkturm stand fest, dass zum ersten Mal in diesem Jahr auch der Regisseur und Schauspieler Til Schweiger eine Lola bekommt.

Für seinen Kino-Erfolg "Honig im Kopf" über einen an Alzheimer erkrankten Großvater (Dieter Hallervorden) bekommt Schweiger eine Lola für den meist besuchten Film des Jahres. Dieser Preis ist allerdings undotiert. Trotz zahlreicher Kassenerfolge wurde Schweiger von der Deutschen Filmakademie in der Vergangenheit ignoriert, "Honig im Kopf" hatte er erst gar nicht für den Wettbewerb angemeldet.