Bundesliga im TV:Sparen und spielen

Die zweite Liga könnte der Verlierer im TV-Poker sein, weil der Bezahlsender Sky offenbar überlegt, hier an den Fernsehrechten zu sparen. Die Sache ist brisant, denn die 18 Vereine sind auf Bildschirmpräsenz angewiesen.

Von Caspar Busse

Die Einschaltquoten sind meistens ziemlich gering, manchmal sind weniger als 20 000 Zuschauer dabei, wenn der Bezahlsender Sky wenig attraktive Partien der zweiten Fußballbundesliga überträgt. Wenn beispielsweise der 1. FC Heidenheim gegen den SV Sandhausen antritt, findet das fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Und trotzdem: Bislang sind bei Sky (Werbespruch: "Alle Spiele, alle Tore") alle Partien der ersten und der zweiten Liga zu sehen, jeweils 306 Spiele.

Doch genau das könnte künftig in Gefahr sein. Sky prüfe angeblich ein Szenario, bei dem mittelfristig nicht mehr alle Zweitliga-Partien gezeigt werden, berichten Insider. Denn damit könnte der ohnehin defizitäre Bezahlsender aus Unterföhring, der zur britischen Sky-Gruppe des Medienunternehmers Rupert Murdoch gehört, die Kosten senken. Auf der Insel seien schon jetzt nicht mehr alle Begegnungen der unteren Ligen live im Fernsehen, heißt es. Sky gab dazu keinen Kommentar ab.

Hintergrund ist die laufende Auktion der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die schreibt derzeit die Fernsehrechte an der ersten und zweiten Bundesliga von der Saison 2017/18 an aus und will damit insgesamt zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro Einnahmen, deutlich mehr also als bisher. Durch eine Intervention des Bundeskartellamts soll Sky zudem mehr Konkurrenz bekommen. Der Bezahlsender soll nicht mehr alleine alle Erstliga-Spiele auf allen Verbreitungswegen kaufen dürfen. Gleichzeitig sollen die Rechtekosten steigen. Damit wird Sky wohl mehr Geld für weniger Exklusivität zahlen müssen.

Sollen die Abogebühren nicht deutlich steigen, muss gespart werden - etwa bei der nicht so attraktiven zweiten Liga. Es geht um den Einkauf der Rechte sowie die Produktionskosten, das alles wird auf etwa 50 Millionen Euro pro Saison geschätzt. Denkbar ist auch, dass statt Sky Sport 1, Eurosport oder Perform (Spox.com) Interesse an den Pay-Rechten der zweiten Liga haben könnte. Die Sache ist jedenfalls brisant: Die 18 Vereine sind auf Bildschirmpräsenz angewiesen, auch wegen ihrer Sponsoren. Sie müssen mit den Erstliga-Klubs den Fernsehdeal abnicken - oder sie könnten ihn blockieren.

© SZ vom 27.04.2016
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB