bedeckt München 25°

Axel-Springer-Verlag:47.000 Leser bezahlen für "Die Welt" im Internet

Der Axel-Springer-Verlag setzt zunehmend auf Bezahlinhalte im Internet - und hat jetzt erstmals Abonnentenzahlen offengelegt. Die digitalen Erlöse seien sehr "ermutigend". Die Rückgänge im Printgeschäft können sie aber nicht ausgleichen.

Fast 50.000 Menschen sind bereit, für die Inhalte der Tageszeitung Die Welt im Internet Geld zu bezahlen. Die Zahl von inzwischen mehr als 47.000 digitalen Abonnenten entspreche mehr als einem Fünftel der Print-Auflage des Blattes, teilte der Axel-Springer-Verlag mit.

"Wir erzielen digital bereits signifikante Vertriebserlöse - und dies bei weiter wachsenden Werbeeinnahmen", teilte Stephanie Caspar, Verlagsgeschäftsführerin der Welt-Gruppe, mit. Dies ermutige, das "Experiment fortzusetzen". Auf die Reichweite habe sich die Bezahlschranke nicht negativ ausgewirkt.

Etwa ein halbes Jahr nach Einführung des Bezahlmodells für die Webseite gab Springer erstmals bekannt, wie viele Leser bereit sind, für Online-Inhalte zu zahlen. Seit Mitte Juni ist auch Springers Boulevard-Flaggschiff Bild im Netz kostenpflichtig und ködert Leser vor allem mit neuen Bundesliga-Zusammenfassungen. Wie viele Leser für Bild Plus bezahlen ist bisher nicht bekannt.

Angesichts rückläufiger Printauflagen und damit auch sinkender Werbeeinnahmen setzen immer mehr Medienkonzerne auch im Netz auf bezahlte Inhalte. Internationales Vorbild ist die New York Times. Derzeit zählt die Zeitung fast 700.000 Abonnenten für ihre Digitalprodukte.

Die Rückgänge im Printgeschäft im zweiten Quartal hat der Springer-Medienkonzern mit dem Ausbau seiner digitalen Aktivitäten allerdings nicht ganz kompensieren können. Zwischen April und Juni sei der Umsatz konzernweit leicht um 0,9 Prozent auf 823,7 Millionen Euro gefallen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging auf 171,6 (Vorjahreszeitraum: 172,2) Millionen Euro zurück.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/mahu/jasch
Zur SZ-Startseite