VIP-Klick: Spears & Gibson Zwei Trauerklöße auf Reisen

Helmut Kohl und Maike Richter sind seit vergangenen Donnerstag verheiratet.

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Zwei wichtige Trauzeugen

Es gibt Menschen, die ahnten es früh. Sie fühlten den Wunsch, als die Welt noch eine andere war. Eine Welt, in der Helmut Kohl Deutschland regierte, seine Frau Hannelore in Ludwigshafen residierte und Maike Richter fast niemand kannte. Sie, die als junge Referentin im Kanzleramt arbeitete, schwärmte von ihrem Chef, wie das sonst eigentlich niemand machte. Kollegen und Freunde der damals knapp 30-Jährigen spürten: Hier brennt eine Flamme, die noch heller leuchten möchte.

Seit vergangener Woche ist Maike Richter nun Kohls Ehefrau. Der Altkanzler, 78, und die 44-Jährige haben sich am 8.Mai das Jawort gegeben - und das gleich doppelt. Zunächst gab es eine standesamtliche Zeremonie, danach folgte die kirchliche Trauung. Es heißt, alles sei "sehr schön" gewesen.

Als Kohl noch Kanzler war, arbeitete Richter in der wirtschaftspolitischen Abteilung des Kanzleramtes. Nach der Wahlniederlage der Union 1998 wechselte sie zum CDU-Finanzexperten Friedrich Merz, später als Redakteurin zur Wirtschaftswoche. Zuletzt war sie im Bundeswirtschaftsministerium als Referatsleiterin für Regionale Wirtschaftspolitik, Städtebau und Raumordnung zuständig. Dort hat sie sich beurlauben lassen, um sich um ihren Lebensgefährten und nun Gatten zu kümmern. "Wir sind sehr glücklich", hieß es am Dienstag in einer dreizeiligen Mitteilung des Kohl-Büros.

Eine Kutschenfahrt indes hat es nicht gegeben. Ebenso wenig wie ein großes Essen oder eine große Einladungsliste. Im kleinen Kreis sei alles vonstatten gegangen, ist zu hören. Der Kreis ist so klein gewesen, dass weder von ihrer noch von seiner Familie jemand mitfeiern konnte oder wollte. Kohls Söhne Walter und Peter seien trotzdem glücklich über die Nachricht. Könnte man bei ihrer Familie nachfragen, dürfte das ähnlich klingen.

Immerhin ist alles gut gegangen, Kohls alter Freund und Pfarrer Erich Ramstetter hat die beiden nicht nur getraut. Er hat vor Wochen schon im Magazin Stern öffentlich gemacht, dass dieser Schritt kein Akt der Versorgung sei, sondern mehr. Außerdem sei Frau Richter ein riesiges Glück für den Freund, sie helfe ihm aufopferungsvoll. Mit einem Satz: "Sie liebt ihn wirklich."

Diesbezüglich sind allerdings Zeremonie und Fest nicht gerade überschäumend gewesen. Ein rundes Dutzend Leute sind in der Kapelle des Reha-Zentrums in Heidelberg dabei gewesen, als Helmut Kohl und Maike Richter sich das doppelte Jawort gaben. Zwei freilich wichtige Männer bei all dem waren: Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Medienunternehmer Leo Kirch, Kohls Trauzeugen. Entsprechend klar ist, dass Diekmanns Zeitung die öffentliche Präsentation der Trauung übernehmen dürfte. Das wird offiziell zwar nicht bestätigt - aber auch nicht ausgeschlossen.

Was mit der Trauung in Heidelberg seine konsequente Krönung fand, hatte eine dramatische Vorgeschichte. Dazu gehört der traurige Tod von Kohls erster Frau Hannelore, die sich nach langer Krankheit im Juli 2001 das Leben nahm; dazu gehört die damals noch einigermaßen heimliche Weihnachtsreise Kohls und Richters im Dezember 2004 nach Sri Lanka, bei der die beiden nur mit Glück den Tsunami überlebten. Richter war offiziell erstmals bei der Feier zu Kohls 75. Geburtstag im Deutschen Historischen Museum im April 2005 an der Seite des Politikers aufgetreten. Bei so viel Aufregung soll derzeit keine neue dazu kommen: Eine Hochzeitsreise jedenfalls, so heißt es, sei bisher nicht geplant. Vorrang habe nach einem schweren Sturz Kohls Genesung.

Weiter geht es zu Christian Wulff, der Vater geworden ist.