Tiere:Krabbelgruppe für Große

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Sitzt da ein Skorpion auf dem Skyscraper? Ja, aber nur in der Fotomontage. Rieseninsekten gibt es schon sehr lange nicht mehr. Puh!

(Foto: SZ-Collage (Mauritius (2), Imago (2), Getty))

Bei Urzeit-Tieren denken alle sofort an eine Sache: Dinosaurier. Aber vor Millionen von Jahren gab es auch andere faszinierende Tiere. Zum Beispiel ganz andere Insekten, manche von ihnen waren riesengroß - ein Gruselstreifzug.

Von Birk Grüling

Riesenhundertfüßer

Hundertfüßern begegnet jeder früher oder später mal: bei der Gartenarbeit, im Wald, beim Spielen mit Erde und Matsch. Sie sind drollig und klein. Ganz im Gegensatz zu ihren 300 Millionen Jahre alten Vorfahren: Die Arthropleura war über zwei Meter lang und lebte auf dem feuchten Boden urzeitlicher Regenwälder. Auch in Deutschland wurden Versteinerungen des gruseligen Riesenkrabblers gefunden. Er war vermutlich ein Allesfresser und vertilgte das, was ihm vor die Zangen kam - Feinde hatte er dagegen keine.

Riesenlibelle

Die Urzeit-Libelle Meganeura war vermutlich das größte Insekt, das jemals auf der Erde gelebt hat. Von Flügelspitze zu Flügelspitze maß sie 75 Zentimeter - so viel, wie ein einjähriges Kind groß ist und mehr als zehn Mal so groß wie heutige Libellen. Sie schwirrte durch tropische Wälder und hielt nach Beute Ausschau. Vermutlich war sie eine gute Fliegerin. Andere Insekten fing sie im Flug, hielt sie mit den Beinen fest und fraß sie direkt in der Luft auf.

Seeskorpion

Vor knapp 400 Millionen Jahren waren große Teile Deutschlands mit Wasser bedeckt. Darin zu baden wäre aber keine gute Idee gewesen: im Wasser lauerte der Seeskorpion Jaekelopterus. Mit seinen 2,5 Metern war er größer als ein Mensch. Vermutlich vergrub sich der Seeskorpion im Sand und wartete, bis sich Beute näherte. Dann schlug er blitzschnell mit seinem gewaltigen Schwanz und seinen scharfen Scheren zu. Damit konnte er selbst gepanzerte Meeresbewohner locker knacken. Zum Glück für alle Strandurlauber starben sämtliche Seeskorpione noch vor den Dinosauriern aus.

Megarachne

Die Megarachne wurde lange für die größte Spinne aller Zeiten gehalten. Inzwischen wissen Forschende aber, dass sie doch nur ein ziemlich komischer Seeskorpion war. Gruselig ist sie trotzdem: Sie sieht aus wie eine riesige Spinne, war größer als eine Katze, hatte acht Beine und kräftige Klauen. Den Rekord für die größte echte Spinne hält übrigens ein lebendes Exemplar: In Australien wurde eine 40 Zentimeter große Huntsman Spinne entdeckt. Sie frisst sogar kleine Säugetiere wie Mäuse.

Monster-Garnele

Die Urzeit-Garnele Anomalocaris hätte auf kein Fischbrötchen gepasst: Bis zu zwei Meter konnte sie werden und schwebte mit beweglichen Panzerplatten durchs Wasser. Am Kopf hatte der Räuber zwei stachelige Greifer, mit denen er seine Beute fest packte. Verstecken konnte sich vor ihm niemand. Die Monster-Garnele besaß sehr gute Stielaugen, mit denen sie in alle Richtungen gleichzeitig blicken konnte.

Tullimonstrum

Das Tullimonstrum ist einer der gruseligsten Meeresbewohner, der jemals durch unsere Ozeane schwamm. Es hatte einen Fischkörper und atmete durch Kiemen. Seine Stielaugen standen weit vom Körper ab. Vorne besaß das Tullimonstrum eine Art Rüssel samt Maul und vielen Zähnen. Anders als Seeskorpione oder Monster-Garnelen war das Tullimonstrum aber nur 30 Zentimeter lang. Es starb vor 300 Millionen Jahren aus. Verwandt ist es übrigens mit heutigen Neunaugen. Die sehen ein bisschen aus wie Aale und beißen sich an Fischen fest, trinken ihr Blut und raspeln mit ihren runden Mäulern im Fleisch. Wie kleine, fiese Meeresvampire.

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