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Tag des Händewaschens:"Wäscht sich die Person neben Ihnen?"

Vor dem Verlassen der Toilette sollte das Händewaschen mit Seife selbstverständlich sein. Eine Studie zeigt aber: Nur jeder dritte Mann tut es.

Schon kleinen Kindern bringt man bei, dass sie sich nach jedem Gang zur Toilette die Hände waschen sollen. Umso verwunderlicher sind die Ergebnisse einer neuen Studie. Demnach reinigt sich nur jeder dritte Mann vor dem Verlassen der Toiletten die Hände mit Wasser und Seife. Bei den Frauen lag der Anteil mit 64 Prozent immerhin doppelt so hoch.

Pünktlich zum Welt-Händewaschtag untersuchten britische Forscher die Waschgewohnheiten von fast 200.000 Menschen auf Raststätten. In einem zweiten Schritt prüften die Wissenschaftler der London School of Hygiene & Tropical Medicine dann, wie sich das Waschverhalten gezielt bessern lässt.

Dazu ließen sie am Eingang der Toiletten verschiedene Botschaften aufleuchten, etwa "Wasser tötet keine Keime" oder "Sei kein schmutziger Seifenverächter". Effektiv waren bei Männern wie bei Frauen jene Appelle, bei denen auf mögliche Beobachter verwiesen wurde, wie "Wäscht sich die Person neben Ihnen mit Seife?"

Ansonsten reagierten beide Geschlechter auffallend unterschiedlich: Bei Männern waren jene Sprüche wirksam, die Ekel erregten, wie "Seif es ab oder iss es später". Bei Frauen fand diese Taktik dagegen keine Resonanz. Sie reagierten eher auf sachliche Hinweise. Generell war der Nutzen der Ermahnungen recht begrenzt: Sie steigerten die Seifennutzung im Vergleich zu den Ausgangsbedingungen um maximal zehn Prozent.

© AP/sueddeutsche.de/aro/pfau
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