bedeckt München 20°

Studie zum Konsumverhalten:Kinder bekommen 28 Euro Taschengeld

Die allermeisten Kinder dürfen in Deutschland frei über ihr Taschengeld verfügen - und das ist mit 27,56 Euro durchschnittlich eine beachtliche Summe und mehr als im Vorjahr, wie eine Konsumstudie zeigt. Die Vorschulkinder haben allerdings das Nachsehen.

Kinder in Deutschland bekommen 2013 wieder mehr Taschengeld. Den Sechs- bis 13-Jährigen stehen im Monat durchschnittlich 27,56 Euro zur Verfügung - das sind 38 Cent mehr als im Vorjahr, wie aus der aktuellen KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) hervorgeht. Sie wurde am Dienstag vom Ehapa-Verlag vorgestellt.

Demnach können 81 Prozent aller Kinder frei über ihr Taschengeld verfügen. Zum Taschengeld kommen Geldgeschenke an Weihnachten (durchschnittlich 80 Euro), zum Geburtstag (64 Euro) und gelegentlich auch zu Ostern. Auch zwischendurch bessern viele Kinder ihr Taschengeld durch Verwandtenbesuche (60 Prozent), gute Schulnoten (40 Prozent) oder Mitarbeit im Haushalt (23 Prozent) auf.

Auch mehr als die Hälfte der Vorschulkinder bekommen eigenes Taschengeld. Hier sind es durchschnittlich 10,68 Euro im Monat - und damit deutlich weniger als im Vorjahr (14,26 Euro).

"Kinder sind in den Familien in allen wichtigen Entscheidungen, die ihre Freizeit und Konsumwelt betreffen, stark eingebunden", sagt Ingo Höhn vom Ehapa-Verlag. "Zusätzlich besitzen sie ein hohes Maß an Autonomie und weiterhin eine hohe finanzielle Ausstattung."

Kinder bestimmen heute oft mit, was gemacht oder gekauft wird. Und das ist gut so, findet der Erziehungswissenschaftler Holger Ziegler: "Kinder mitreden zu lassen und gemeinsame Absprachen zu treffen, macht eine gute Erziehung aus", sagte Ziegler der Nachrichtenagentur dpa. Denn je stärker Mädchen und Jungen das Gefühl haben, dass ihre Meinung gilt und Eltern sie anhören, umso selbstbewusster und selbstständiger werden sie. Auch wenn es anstrengend sei und Zeit koste: "Das Kind ernst zu nehmen und nach seiner Meinung zu fragen, gehört dazu."

Die Studie basiert auf 1645 Doppelinterviews mit Kindern und Eltern und einer repräsentativen Befragung von Eltern mit Kindern im Vorschulalter und widmet sich neben dem Taschengeld dem Medien- und Netzkonsum.

Computer- und Internetnutzung verharren demnach auf hohem Niveau. Etwa vier von fünf Kindern haben zu Hause Zugang zum Computer, knapp drei von vier nutzen das Internet. Das entspricht 4,6 Millionen und 4,4 Millionen jungen Nutzern in Deutschland.

© Süddeutsche.de/dpa/leja/feko

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite