Mode:Das Comeback der zerrissenen Jeans

Echte Schmachtfetzen: Holt die alten Jeans aus dem Schrank! Die Hosen mit Fransen und Löchern sind wieder da.

Jens-Christian Rabe

Die Weltgeschichte lässt sich grob in zwei Phasen einteilen. Die, in der eine versehrte Hose eilig geflickt wurde. Und die, in der schon ein fransiges Loch in der Jeans ein Statement gegen den textilen Gruppenzwang - und im Grunde natürlich auch gegen alle übrigen Zwänge - bedeuten kann und deshalb nicht nur nicht geflickt, sondern provoziert wird.

Zerrissene Jeans, Schmachtfetzen

Große Löcher, lange Fransen: Die ramponierte Jeans ist wieder da.

(Foto: Foto: iStockphotos)

Die erste Phase dauerte ein paar tausend Jahre, die zweite begann erst in den späten Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts. Während der großen Zeit des Punk feierte man in vollkommen zerrissenen Hosen vorbildlich die Unvollkommenheit und die große deutsche Band Ton Steine Scherben dichtete korrekt: "Macht kaputt, was euch kaputt macht."

Dann präsentierte sich das singende britische Pin-Up-Girl Samantha Fox in durchlöcherten Jeanshosen und abgerissenen Hot-Pants - und die New Kids On The Block oder sonstwelche Boy-Bands hoppsten in Chevignon-Hosen herum, deren weiträumige Löcher mit beschrifteten bunten Flicken des Labels unterlegt waren.

Ja, die Achtziger waren böse. Inzwischen tragen Prêt-à-Porter-Models wie Mariacarla Boscono hier nebenan privat zerrissene Mode.

Aber vielleicht ist das doch keine so schlechte Pointe. Macht kaputt, was Euch kaputt macht!

© SZ vom 11.04.2009/bre
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