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Ghana:Behütet und getragen

Fahnen

Von Jasmin Siebert

Klischee: Frauen in Ghana tragen ihre Kinder immer auf dem Rücken, und das ganze Dorf erzieht mit.

Ernest Ampadu, 62, vier Kinder, seit 38 Jahren in Deutschland: "Auch Männer tragen Kinder. Als ältester Sohn hatte ich meine Geschwister im Tuch und später meine eigenen Kinder. Kinderwagen finde ich unpraktisch. Wir in Ghana sind strenger als die Deutschen, es gibt schon mal Hausarrest zur Strafe. Meine 16-jährige Tochter muss um acht zu Hause sein und wie alle Kinder im Haushalt helfen. Auch mein Zwölfjähriger kennt sich in der Küche aus. In Ghana können schon kleine Kinder kochen und Wäsche waschen. Wir wollen, dass Kinder früh selbständig sind und aus den Erfahrungen der Erwachsenen lernen. Nicht jeden Fehler muss man selbst machen. Deutsche glauben, ein Kind muss erst hinfallen, um daraus zu lernen. Wir möchten das Hinfallen vermeiden. Afrikanische Kinder wachsen in größeren Familienverbänden auf, und keiner nimmt es übel, wenn sich Verwandte in die Erziehung einmischen."

Tipp: "Lasst den Kindern nicht alles durchgehen und bringt ihnen das Kochen bei."

© SZ vom 07.04.2018
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