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Foodfotograf Carl Warner:Landschaft mit Gemüse

Man nennt ihn "Peacasso", "Salvador Deli" und "Caraveggio": Der Londoner Fotograf Carl Warner schafft Ozeane aus Heringsfilets, Wälder aus Brokkoli und Berge aus Parmesan. Die Appetitmacher in Bildern.

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Carl Warner / Stills

Quelle: Carl Warner/ all rights reserved

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Man nennt ihn "Peacasso", "Salvador Deli" und "Caraveggio": Der Londoner Fotograf Carl Warner schafft Ozeane aus Heringsfilets, Wälder aus Brokkoli und Berge aus Parmesan. Die Appetitmacher in Bildern.

Palmen vor Sonnenuntergang, das Meer in ein lachsfarbenes Rosé getaucht - eine klassische Südseebucht eben. Aber nur auf den ersten Blick: Bei Foodfotograf Carl Warner besteht der Ozean aus Räucherlachs, die Palmen aus Dill, der Strand aus Zucker und die Felsen aus Kartoffeln, Graubrot und Kaffeebohnen.

Alle Fotos: Carl Warner, all rights reserved.

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Carl Warner nennt seine surrealen Landschafts-Inszenierungen "Foodlandscapes". Hier sind die Bäume aus Brokkoli, die Berge aus Brotlaibern und die Wolken aus Blumenkohl.

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In den Lebensmittel-Landschaften, die der 43-Jährige in seinem Studio im Londoner Süden aufbaut, ist alles essbar. Und die Eisberge schmecken süß.

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Der Food- und Werbefotograf erschafft jeden Tag aus Nahrungsmitteln wie Staudensellerie und Pilzen ein kleines Schlaraffenland. Trotzdem: Dass die Betrachter seine Bilder appetitlich finden, kann er nicht verstehen.

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Anfangs waren die Food-Arrangements eine Spielerei. Heute bearbeitet Warner einen Auftrag nach dem anderen. Auch den eines italienischen Salamiproduzenten, der nach  Toskana-Impressionen aus luftgetrocknetem Schinken fragte.

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Seit seine Arbeit bekannt geworden ist, produziert Warner in Serie. Im Oktober erscheint sein Bildband.

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Shooting im Schlaraffenland: Gebirgszüge aus Parmesan, umgeben von Petersilienbäumen - so stellen sich manche Feinschmecker das Paradies vor.

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Häuser aus Knoblauchknollen, eine Zehe als Mond - Warner sieht seine Bilder als Populärkultur. Eine tiefere Botschaft will er nicht vermitteln.

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Trotzdem trägt Warner mit seinen Pilzlandschaften dazu bei, den Sinn der Engländer für's Essen zu schärfen - er vermisst in Großbritannien eine echte Esskultur.

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Eine wilde See aus Radicchio- und Kohlblättern: Warner hat an der Kunsthochschule Illustration studiert und merkte dann, dass ihm die Fotografie mehr lag.

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Eine bergige Landschaft mit Bauernhäuschen auf den ersten Blick - Brotlaibe, Kräuter und Käsestücke auf den zweiten.

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In Warners Atelier stinkt es häufig nach Fisch - wenn er aus Heringsfilets einen glitzernden norwegischen Fjord modelliert oder den australischen Felsen Ayers Rock aus roten Hummerschalen nachbaut.

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Quelle: SZ

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Und so sieht das ganze in der Realität aus: Carl Warner (rechts, neben seinem Foodstylisten Paul), arrangiert die Landschaft aus Lebensmitteln, die einen Bezug zum Motiv haben sollen. Die Wellen aus Fisch, die Boote aus Zucchinis und Felsen aus Krebspanzern.

© sueddeutsche.de/bre/bgr

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