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Wichtige Ämter sind in der katholischen Kirche Männern vorbehalten. Das macht viele Frauen wütend. Diese Woche haben sie protestiert.

Von Nina Himmer

Ohne Frauen stünde es ziemlich schlecht um die katholische Kirche: In Deutschland machen sie nicht nur mehr als die Hälfte der Mitglieder aus, sondern übernehmen auch besonders viele Aufgaben - etwa Seelsorge oder Unterstützung für alte, kranke und geflüchtete Menschen. Doch egal wie engagiert oder gläubig sie sind, Frauen können in der katholischen Kirche weder Diakonin noch Priesterin, Bischöfin oder Päpstin werden. Alle wichtigen Ämter sind Männer vorbehalten. Das finden viele unfair. Katholische Frauen aus ganz Deutschland haben deshalb die Protestaktion "Maria 2.0" gestartet. Diese Woche haben sie keine Kirche betreten und ihre Ehrenämter ruhen lassen. So wollen sie ihre Kirche dazu bringen, ihre Regeln moderner zu gestalten. Doch der Vatikan ist davon nicht begeistert: Er beruft sich auf die Bibel (alle Apostel waren Männer!) und die Vergangenheit (das war schon immer so!). Doch wenn man sich die Geschichte des Christentums anschaut, stimmt das vielleicht gar nicht. Alte Wandbilder und einige Bibelstellen deuten darauf hin, dass es in der Geschichte bereits Priesterinnen gab. Eigentlich ist aber auch völlig egal, was früher war: Die Regeln sind unfair und passen nicht mehr in unsere Zeit.