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Wandelbarer Filmstar: Tilda Swinton:Die Fabelhafte

Sie spielt gerne mit George Clooney und kommt fast ungeschminkt zur Oscar-Verleihung. Nun wird das Elfenwesen Tilda Swinton Präsidentin der Berlinale-Jury. Ein Portrait in Bildern.

10 Bilder

tilda swinton

Quelle: SZ

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Einige der großen Momente des Kinojahrs 2008 lieferte eine Powerfrau, Anwältin eines Chemiekonzerns, der sich mit einem Milliardenschadenersatzprozess herumschlagen muss. Die Frau gibt sich cool und kontrolliert, aber dann sieht man sie in der Toilette, wie sie der Schweißflecken auf ihrem Kleid gewahr wird, in ihrem Appartement vor dem Spiegel, wie sie nicht recht weiß, welches Kleid das richtige ist für den überzeugenden Auftritt. Es ist Tilda Swinton als Karen Crowder in Tony Gilroys "Michael Clayton", ihr Gegenspieler ist George Clooney. Für ihren Kampf mit der eigenen Unsicherheit hat Tilda Swinton im vorigen Jahr den Oscar bekommen als beste Nebendarstellerin.

Text: Fritz Göttler/SZ vom 2.2.2009/sueddeutsche.de/rus

Foto: Constantin

tilda swinton

Quelle: SZ

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Eine Schauspielerin wurde damit geehrt, die sich den Glamour-Auftritten ihres Berufs meistens verweigert - sie kam kaum geschminkt zur Oscar-Nacht, trägt ihr feurigrotes Haar gern jungenhaft kurz und glatt, was die androgynen Gesichtszüge unterstreicht.

Foto: ap

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Sie kann im einen Moment wie Marlene Dietrich ausschauen und im nächsten wie Gollum, das Monster aus dem Herrn der Ringe, hat ein Freund ihre wandelbare Schönheit beschrieben.

Foto: oH

tilda swinton

Quelle: SZ

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Im August 2008 hat sie in Nairn im schottischen Hochland, wo sie mit John Byrne - Maler und Stückeschreiber, Vater ihrer zwei Kinder - lebt, ein eigenes Filmfestival veranstaltet: ein Antifestival ohne Wettbewerb, dafür mit selbstgebackenen Cookies und nur mit den Filmen, die sie selber liebt, von Powell & Pressburger zum Beispiel.

Foto: Tilda Swinton und Steven Waddingtin in "Edward II."/dpa

tilda swinton

Quelle: SZ

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Tilda Swinton ist geboren am 5. November 1960, sie entstammt einer schottischen Familie mit jahrhundertelangem Stammbaum. Ihr Vater war Generalmajor, und Tilda ist auf diversen Militärstützpunkten aufgewachsen, auch einem in Deutschland.

Foto: Reuters

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Sie studierte Literatur in Cambridge, spielte kurz in der Royal Shakespeare Company, traf dann den Filmemacher Derek Jarman und blieb für die nächsten Jahre in seiner Truppe. Bei sieben seiner Filme machte sie mit, von "Caravaggio" bis "Blue", dem letzten, in dem er seinen körperlichen Verfall infolge seiner Aidsinfektion imaginierte. Sie war auch an seiner Seite im Kampf gegen die Versuche der Thatcher-Bürokratie, Homosexualität in der britischen Öffentlichkeit wieder zu unterdrücken.

Foto: oH

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Bei Jarman hat Tilda Swinton ihre Unabhängigkeit gewonnen, so wechselt sie souverän zwischen unabhängigen Arthouse-Produktionen - Sally Potters "Orlando" - und Hollywood-Blockbustern - die Weiße Hexe in den "Chroniken von Narnia".

Foto: Getty Images

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Sie kann erdverbunden oder mondän sein, Naturkind oder exaltierte Lady, mystisch oder extrovertiert. 1995 brachte sie das alles zusammen in einer Performance in der Serpentine Gallery in London, The Maybe, in der sie acht Stunden am Tag in einem Schneewittchensarg lag.

Foto: Tilda Swinton mit George Clooney in "Burn after Reading"/ddp

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Das war ein Zwitter, sagt sie, "zwischen einem Liveauftritt, wo alle zusammen sind in einem Raum - diese Energie, die man da mitkriegt -, und dem, was ich am Kino liebe, die Möglichkeit, jemanden in einem Zustand zu sehen, da er unbeobachtet ist".

Foto: Tilda Swinton mit George Clooney in Venedig, 2008/ap

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Auf der Berlinale wird sie, als Jury-Präsidentin, in wenigen Tagen diesen Zustand wieder erleben können - eine Art Somnambulismus, also Schlafwandeln, im stärksten Scheinwerferlicht.

Foto: Tilda Swinton Cannes, 2007/Reuters

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