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Vorschlag-Hammer:Trainingsjacke und Lederhose

Die Wahl ist vorbei, das Leben geht weiter. Man kann sich also wieder den wirklich wichtigen Sachen widmen: Was esse ich heute Mittag? Und: Was ziehe ich an heute Abend? Vor allem: Wohin gehe ich überhaupt?

Die Schlachten sind geschlagen. Das Leben geht weiter. Vielleicht werden noch ein paar Wahlwetten eingelöst, aber jetzt ist erst mal Ruhe an den Stammtischen. Und man kann sich wieder den wirklich wichtigen Sachen widmen: Was esse ich heute Mittag? Was schenke ich Tante Greti zum Geburtstag. Und: Was ziehe ich an heute Abend? Vor allem: Wohin gehe ich überhaupt?

Für diesen Dienstag empfehle ich eine knallorangefarbene Trainingsjacke und mit ihr einen Besuch im Lustspielhaus. Dort tagt, respektive nächtigt der Franzose Alfons, dessen Markenzeichen eine ebensolche Jacke ist und der, wie wir dank eines wunderbaren Porträts in der SZ aus der Feder des hochgeschätzten Kollegen Martin Zips wissen, eigentlich Emmanuel Peterfalvi heißt und in echt gar nicht so französelt wie auf der Bühne. Des Komikers Alfons hintergründiger Humor aber hat es mir schon lange angetan.

Eine dezente Trachtenjacke würde am Mittwoch passen, wo im Circus Krone der Südtiroler Herbert Pixner mit seinem "project" gastiert. Dieser junge Wilde aus dem Passeiertal nördlich von Meran gehört zur jungen Garde von Musikern, die diesem satten, reichen, aber auch recht konservativen Landstrich etwas Pfeffer auf die Kaminwurzen streuen. Der Circus Krone hat überhaupt ein paar Abende zu bieten, die spannend werden könnten: So zeigt hier am 22. und 23. Oktober und dann am 7. November Martina Schwarzmann ihr neues Programm "Genau richtig", wobei sich schon die Frage stellt, ob der Circus das ideale Ambiente für den leisen Humor dieser Künstlerin ist (Anziehtipp: alles, nur keine Lederhose). Außerdem kommen wieder mal die Chippendales (19., 20., 21. Oktober) und sind für alle drei Abende ausverkauft. Da frage ich mich schon, wer sich so was anschauen muss, um zu verstehen, was den kleinen Unterschied ausmacht. Hier wären Lederhosen auch für weibliche Besucher praktisch. Warum? Männer in Lederhosen fragen.

Dass der Kollege Gerhard Matzig nicht nur alles von Architektur, sondern auch vieles von Kriminalromanen versteht, bewundere ich sehr, das ist schon eine außergewöhnliche Bandbreite. Er hat uns unlängst Kühn hat Ärger von Jan Weiler ans Herz gelegt. Sehr zu Recht. Ich war damals, in grauer Vorzeit, im Auswahlkomitee der Deutschen Journalistenschule, als Jan sich dort beworben hat. Unvergesslich sein Satz, er tanze mit der Kollegin Mercedes Riederer vom BR notfalls Tango, um aufgenommen zu werden. Es ging dann auch so, und Weiler wurde Chefredakteur des SZ-Magazins, bevor ihn die Schriftstellermuse küsste. Ein Kuss, der großen Erfolg provozierte. Er liest aus dem Kühn"-Krimi am Donnerstag in der Bibliothek Grünwald.

Die Frage nach dem Wohin wird für den Donnerstag dann doch noch kompliziert. Denn in der Akademie der Schönen Künste diskutieren unter anderen Gert Heidenreich und Anke Mai, moderiert von meiner Kollegin Claudia Tieschky, zum Thema "Kein Platz für die Kunst? Wie viel darf der öffentliche Rundfunk noch einsparen?" Anzug? Ja, und schwarze Krawatte!