Vorschlag-Hammer Aufblühen im Frühling

An diesem Samstag beginnt in Augsburg das Deutsche Mozartfest zur Feier von Leopold Mozarts 300. Geburtstag. Aber trotz seiner überragenden Bedeutung als Geiger, Violinpädagoge und Kapellmeister wird er am Ende immer im Schatten des Sohnes Wolfgang Amadé stehen.

Kolumne Von Harald Eggebrecht

Endlich blühen sie wieder und versetzen die Straße vor dem Herkulessaal in einen roséfarbenen Rausch: die roten Kastanien am Hofgarten. Diese leuchtende Kerzenpracht ist auch Signal für das Frühlingsaufblühen nicht nur in den Sälen Münchens, so als ob vorm Ende der Saison im Sommer noch einmal alle Register gezogen werden sollen.

An diesem Samstag beginnt in Augsburg das Deutsche Mozartfest zur Feier von Leopold Mozarts 300. Geburtstag. Trotz seiner überragenden Bedeutung als Geiger, Violinpädagoge und Kapellmeister wird er am Ende immer im Schatten des Sohnes Wolfgang Amadé stehen. An diesem Samstag gibt's im Kleinen Goldenen Saal des Rathauses Musik von Leopold und Wolfgang Amadé unter anderen mit der Sopranistin Christina Landshamer und der Akademie für Alte Musik Berlin. Am Montag darauf führt Giovanni Antonini mit dem Giardino Armonico Joseph Haydns Schöpfung auf in der Heilig Kreuz-Kirche. Die grandiose Isabelle Faust spielt die Solosonaten und -partiten von Bach am 16. Mai im Goldenen Saal, und am 19. Mai ertönt Leopold Mozarts "Missa solemnis" mit der Bayerischen Kammerphilharmonie unter Alessandro de Marchi.

In München lockt die fesselnde Barbara Hannigan (14. und 15. Mai) bei den Philharmonikern mit Igor Strawinskys "The Rake's Progress". Am 15. Mai starten die Tage der Kammermusik in der Musikhochschule, und das tolle Quatuor Modigliani spielt im Herkulessaal. Am 17. Mai gibt's einen absoluten Höhepunkt im Prinzregententheater: Die unvergleichlichen drei, Frank Peter Zimmermann, Violine, Antoine Tamestit, Viola, und Christian Poltéra, Violoncello, bieten Arnold Schönbergs schockierendes Trio und setzen danach Bachs "Goldberg-Variationen" dagegen.