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Vor dem Nichts:Darbende Filmszene

Corona in der Filmbranche: Die "Känguru-Chroniken" zahlen einen Solidaritätsbeitrag, amerikanische Produktionen türmen aus Babelsberg und Filmschaffende wollen nicht vergessen werden.

Gute Nachrichten sind gerade selten, deshalb das Positive zuerst: Die "Känguru-Chroniken", der Kinohit vor der Schließung der Lichtspielhäuser, kehrt ab Donnerstag zurück - auf den großen Streamingplattformen und zum hohen Solidaritätspreis von etwa 17 Euro, von dem ein "maßgeblicher Betrag" an die notleidenden Kinos fließen soll. Weiter gibt es zahlreiche Aktionen zur Unterstützung von Programmkinos, für die Berliner Szene etwa auf startnext.com/fortsetzungfolgt.

Derweil sind die Filmschaffenden vom Produktionsstopp hart getroffen. Besonders rüde gingen die amerikanischen Produzenten der Hollywoodfilme "Matrix 4" und "Uncharted" im Studio Babelsberg vor, die über Nacht aus Berlin verschwanden und 800 Mitarbeiter mit Zeitverträgen ohne Job zurückließen. Diese haben sich jetzt zur Initiative "Wir sind Babelsberg" zusammengeschlossen und kämpfen mit einem Anwalt um Lösungen, die wenigstens Aussicht auf Kurzarbeitergeld oder spätere Fortbeschäftigung geben.

Für alle deutschen Filmschaffenden kämpft die Initiative "Bitte vergessen Sie uns nicht!", die sich unter openpetition.de/filmcrew an die Bundesregierung richtet. Hier schlagen die Initiatoren schnelle Änderungen der geltenden Regeln vor, bei denen Filmschaffende bisher durchs Raster fallen. Dies könnte Kurzarbeit unabhängig von einem Arbeitgeber mit 90 Prozent der üblichen Tarifgage sein, oder aber ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, bei dem die Tage "eingefroren" würden bis zur Wiedereröffnung des Produktionsbetriebs. Prominente Unterzeichner sind Katja Riemann, Bjarne Mädel, Anja Kling und viele andere.

© SZ vom 02.04.2020 / kni

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