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Von SZ-Autoren:Im Hochmoor

Im Juli 1967 trafen sich Paul Celan und Martin Heidegger für eine gemeinsame Landpartie. SZ-Autor Hans-Peter Kunisch geht der Frage auf den Grund, was die beiden ungleichen Denker zusammengeführt hat.

Paul Celan, der jüdische Dichter der "Todesfuge", und Martin Heidegger, der einstige Hitler-Anhänger und Autor von "Sein und Zeit" - ein gegensätzlicheres Paar aus Dichter und Denker ist schwer vorstellbar. Doch am 25. Juli 1967 sitzen sie gemeinsam auf der unkomfortablen Rückbank eines panamabeigen VW-Käfers, brechen auf zur wohl meistumrätselten Landpartie der deutschen Geistesgeschichte. Heideggers Hütte in Todtnauberg und ein Hochmoor im Schwarzwald sind das Ziel. Wie sah der biografische Weg zu dem Treffen jeweils aus? Warum wollte Celan mit Heidegger ins Moor? Woran ist das Treffen gescheitert, und warum haben die beiden sich dennoch mehrmals wiedergesehen, zuletzt kurz vor Celans Selbstmord am 20. April 1970? SZ-Autor Hans-Peter Kunisch hat die Umstände der spannungsreichen Beziehung bei Zeitzeugen und in den Archiven recherchiert, erzählt sie zum ersten Mal in all ihren Facetten und versetzt sich in beide Perspektiven.

Hans-Peter Kunisch: Todtnauberg. Die Geschichte von Paul Celan, Martin Heidegger und ihrer unmöglichen Begegnung. dtv Hardcover, München 2020. 350 Seiten, 24 Euro.

© SZ vom 31.03.2020 / SZ

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