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Von SZ-Autoren:Heribert Prantl über Politik und Populismus

Das Wort "Populismus" als solches ist nicht schlecht. Schlecht ist, was sich unter der Tarnung verbirgt: Nationalismus und Verfassungsverachtung. Dieses Buch birgt Gegenmittel.

Nicht der Populismus macht die Gesellschaft kaputt, sagt Heribert Prantl, sondern der populistische Extremismus. Prantl beginnt seine "Gebrauchsanweisung" mit einer neuen Definition: Der Populismus sei nur eine bestimmte Art und Weise, für Politik zu werben. Jeder gute Politiker müsse auch Populist sein, weil er seine Idee, seine Politik so darlegen, vortragen und vertreten müsse, dass sie verstanden wird und begeistern kann: "Ein demokratischer Populist ist einer, der die Emotionen nicht den extremistischen Populisten überlässt. Ein demokratischer Populist verteidigt die Grundrechte und den Rechtsstaat gegen extremistische Verächter." Populistische Extremisten dagegen appellieren, so Prantl, nicht an Herz und Verstand, sondern an niedrige Instinkte. Nicht das Wort Populismus sei schlecht, meint Prantl, nicht das Wort also, mit dem sich die sogenannten Rechtspopulisten tarnen und gern tarnen lassen; schlecht sei das, was sich unter dieser Tarnung verbirgt: Extremismus - ein rassistischer Nationalismus, Xenophobie und Verfassungsverachtung. Prantls Schrift will zeigen, wie der extremistische Populismus funktioniert, wie und womit er sich nährt und wie man ihm die Nahrung entziehen kann.

Heribert Prantl: Gebrauchsanweisung für Populisten. Wie man dem Extremismus das Wasser abgräbt. Ecowin Verlag, Salzburg 2017. 79 Seiten, 14 Euro. E-Book 9,99 Euro.