US-Forschung zu Glück und Geld:Dafür können Sie sich was kaufen!

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"Nach dem Wohlstandsparadox hat das Einkommen auf das Wohlbefinden des Einzelnen keinen absoluten, sondern nur einen relativen Einfluss", erklärt Glenn Firebaugh. "Wir wollten nun herausfinden, wie stark und mit wem sich Leute vergleichen."

Dieses immanente Konkurrenzdenken führt nach der Studie der beiden Forscher zu einem Phänomen, das Wirtschaftswissenschaftler "Hedonic Treadmill" nennen - die Tretmühle der Lust. Je stärker sich das Selbstwertgefühl am Mehrwert gegenüber anderen orientiert, desto mehr muss man erwirtschaften.

Der Neidkomplex

"Es war uns vor unserer Untersuchung klar, dass sich die meisten mit Geschwistern, Kollegen und Nachbarn vergleichen", sagt Firebaugh. "Die interessanteste Vergleichsgruppe sind jedoch die Altersgenossen, denn normalerweise steigt das Einkommen eines Menschen bis ungefähr zum 55. Lebensjahr. So wird der Vergleich zum sich immer weiter bewegenden Ziel: man muss immer härter arbeiten, um dem standzuhalten. Damit haben wir die erste wissenschaftliche Erklärung der 'Hedonic Treadmill' gefunden."

Ganz neu ist diese Erkenntnis der Studie nicht, schließlich definierte der Satiriker Ambrose Bierce in "Des Teufels Wörterbuch" Glück schon 1906 als "angenehmes Gefühl, das aus der Betrachtung fremden Elends erblüht".

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