US-Bestsellerautor Tom Clancy ist tot

Er war bekannt für seine Politthriller, einige wurden erfolgreich verfilmt: Tom Clancy, Autor von Bestsellern wie "Jagd auf Roter Oktober", ist laut "New York Times" in einem Krankenhaus in Baltimore gestorben. Er wurde 66 Jahre alt.

Der US-Schriftsteller Tom Clancy ist tot. Der Bestseller-Autor sei im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Baltimore gestorben, meldete die New York Times per Kurznachrichtendienst Twitter. Sie berief sich dabei auf seinen Verleger.

Clancy war vor allem durch seine Politthriller bekannt geworden. Sein erster Roman "Jagd auf Roter Oktober" wurde 1984 auf Anhieb ein internationaler Erfolg und leitete seine steile Schriftstellerkarriere ein. Innerhalb weniger Jahre brachte er es mit seinen militärisch geprägten Geschichten zum Superstar der Unterhaltungs-, später auch der Sachliteratur mit einem geschätzten Jahreseinkommen von weit über 60 Mio. US-Dollar .

Die Szenarien, die er in seinen fiktiven Werken entwarf, waren extrem präzise - und nahmen teils vorweg, was später Wirklichkeit werden sollte. So hatte er in "Ehrenschuld" und "Befehl von oben" bereits 1994 beziehungsweise 1996 das Selbstmordattentat eines Boeing-Piloten auf das amerikanische Kapitol in einer Weise beschrieben, die den islamistischen Anschlägen vom 11. September 2001 in Washington und New York ähnelte. Die US-Regierung um Präsident George W. Bush konsultierte ihn daraufhin als Berater.

Patriotismus und Pathos

Zum Erfolg seiner Bücher trug nach Auffassung der Kritik Clancys einfache, konservative Sicht der Welt bei. Seine Geschichten waren geprägt von komplizierten militärisch-technischen Details, Patriotismus, maskulinem Pathos und einer einfachen Moral. "Seine Welt ist in gute und böse Staaten aufgeteilt, von denen ausschließlich letztere den Weltfrieden sabotieren wollen", konstatierte die Süddeutsche Zeitung 2002. Prägend wirkten dabei Clancys konservative politische Ansichten und seine positive, kritiklose Haltung gegenüber dem US-Militär.

Im Zentrum seiner Erzählungen stand seit "Jagd auf Roter Oktober" meist die Figur des Jack Ryan - ein Marinehistoriker mit Professur, Millionär durch Börsenspekulationen, verheiratet mit einer Ärztin, treu sorgender Mann und Vater.

Dass seine Romane ideale Filmvorlagen waren, erkannte der Autor selbst und gründete zur Vermarktung mit Jack Ryan Enterprises Inc. ein eigenes Unternehmen. Mehrere seiner Bücher kamen mit Starbesetzung ins Kino. Alle wurden - auch wenn es inhaltlich teilweise starke Abweichungen zu den Romanen gab - zu Kassenschlagern. Darunter "Jagd auf Roter Oktober" mit Sean Connery, "Die Stunde der Patrioten" und "Das Kartell" mit Harrison Ford sowie "Der Anschlag" mit Ben Affleck und Morgan Freeman.

Clancy schrieb auch Sachbücher und brachte Videospiele heraus. Zudem war er Miteigentümer eines Baseball-Teams in seiner Heimatstadt Baltimore.

Clancy war seit 1999 in zweiter Ehe mit Alexandra Marie Llewellyn verheiratet, einer Nichte des ehemaligen Generals und US-Außenministers Colin Powell. Mit seiner Ex-Frau Wanda, von der er sich nach 28 Jahren Ehe 1998 scheiden ließ, hatte er drei Töchter und einen Sohn.