Taschenbücher:Über einen kleinen Hund und einen Bruder, der ein Superheld ist

Zwei Taschenbücher für jüngere Leser, die von einem sehr eigensinnigen kleinen Hund und von einer besonderen Bruderliebe erzählen, für die es dann die Hilfe Überirdischer braucht.

Von Hilde Elisabeth Menzel

"Eines Tages stand ein kleiner Hund vor meiner Tür und sagte, er wolle gern bei mir wohnen. ,Das ist keine so gute Idee', sagte ich." So beginnt die erste der hinreißenden Vorlesegeschichten um den kleinen Hund "Mister", die von Wolf Erlbruch mit seinen unnachahmlichen und ausdrucksstarken Bildern begleitet und bereichert werden. Doch Mister lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Dass sein künftiges Herrchen eigentlich absolut keinen Hund will, stört ihn nicht im Geringsten. Er hält sich schließlich für etwas ganz Besonderes. Aber trotz seiner kleinen Unarten kann man ihm einfach nicht böse sein, und sehr bald würde sich sein unfreiwilliges Herrchen um keinen Preis der Welt wieder von Mister trennen.

Die Geschichten des dänischen Autors Tomas Winding haben alle Eigenschaften, die ein gutes Vorlesebuch braucht. Die Kinder werden sich in der Figur des selbstbewussten, unfolgsamen, aber ungemein liebenswerten Mister wiederfinden, und der Erwachsene hat seinen Spaß beim Vorlesen. (ab 7 Jahre)

Thomas Winding: Mein kleiner Hund Mister. Deutsch von Gabriele Haefs. Mit Illustrationen von Wolf Erlbruch. Dtv Reihe Hanser (62667), München 2018. 160 Seiten, 10,95 Euro.

Es ist eine aberwitzige Geschichte, die der elfjährige Luke uns hier erzählt. Er und sein Bruder Zack (14 Jahre alt) verbringen viel Zeit in ihrem Baumhaus, aber ihre Interessen liegen weit auseinander. Während Luke seinen älteren Bruder als Streber und "Nerd" sieht, ist er selbst ein leidenschaftlicher Comic-Leser und kennt sich bestens mit Superhelden und deren Welten aus. Aber das Schicksal will es, dass, als Luke zum Pinkeln ins Haus geht, ein Raumschiff in ihrem Garten landet. Der Commander, der sich als "Zorbon der Bestimmer" vorstellt, erklärt Zack, das Baumhaus stelle die Verbindung zwischen seinem Universum und der Erde dar. Er verleiht Zack Superkräfte und gibt ihm den Auftrag, die Erde zu retten, die von einem riesigen Asteroiden namens Nemesis bedroht sei. Luke platzt vor Neid und Eifersucht, denn er ist sich sicher, der Besuch aus dem All galt ihm, schließlich ist er der Spezialist für Comics und Superhelden, und Zack hat von all dem keine Ahnung. Aber es hilft nichts, er muss seinen Bruder unterstützen und gibt ihm den Namen "Star Typ".

Nun folgt ein dramatischer Showdown, denn die Brüder, denen sich noch die kluge und mutige Lara anschließt, haben nur wenige Tage Zeit, die Erde zu retten. Die Geschichte endet damit, dass Luke mal wieder pinkeln muss, als das Raumschiff erneut landet. Aber diesmal ist es Lara, die von dem Commander mit Superkräften ausgestattet wird.

Der Autor David Solomons hat seine verrückte Geschichte mit so viel englischem Humor und herrlich skurrilen Szenen ausgestattet, dass auch Leser, die keine Superhelden-Spezialisten sind, sich königlich amüsieren. Für sie gibt es im Anhang ein ausführliches "Lexikon der Superhelden". (ab 10 Jahre)

David Solomons: Mein Bruder ist ein Superheld. Aus dem Englischen von Ebi Naumann. Carlsen Verlag (1678),Hamburg 2017. 352 Seiten, 8,99 Euro.

© SZ vom 02.02.2018
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